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Dampf.
den festeren Aggregatzustand Warme von dem Körper abgegeben, beidem entgegengesetzten Uebergange Wärme aufgenommen wird, (s.Wärme, freie, gebunden). Es ist daher bei Dampfen jederzeit einUnterschied zwischen der an ihnen durch das Thermometer wahr-nehmbaren freien Wärme und zwischen der gebundenen zu machen,welche nöthig ist, um sie in Darnpfform zu erhalten und welche, solange sie zu diesem Zwecke verwendet ist, auf andere Körper nichtweiter ausdehnend wirken kann, für unser Gefühl daher, so wie fürdas Thermometer verloren geht. Wenn man z. B. ein Pfund Was-serdampf bei 0' in Hinsicht auf den Wärmegchalt mit einem PfundeWasser und mit einem Pfunde Eis von 0° vergleicht, so enthält derDampf 435 Wärmemengen mehr als das Wasser und dieses 60 Wär-memengen mehr als das Eis; und zwar Wärmemengen von derGrösse, dass eine derselben das Pfund Wasser um einen Reaumür-schen Grad zu erwärmen vermöchte.
Die Theorie der Dampfbildung ist noch nicht auf einfache Prin-cipe zurückgeführt und die neuesten Erfahrungen über die Wärmeerschweren die wissenschaftliche Begründung derselben. Als dieWärme noch für einen unwägbaren Stolf (caloricum) galt, konnte manden Dampf als ein gleichsam chemisches Gemisch von Wasser undWärmestoff darstellen, und diese Vorstellungsart erleichtert auch jetztnoch die Auffassung des Factums; wenn gleich der Grund desselbenganz wo anders zu suchen ist. Man stellte sich demgemäss vor, dassdie verdampfende Flüssigkeit Verwandtschaft zum Wärmestoff habeund in gewissem Verhältnisse mit ihm verbunden, Dampf werde.Jedes Theilchen an der Oberfläche einer Flüssigkeit nimmt daherfortdauernd Wärmestoff auf, verwandelt sich mit demselben in Dampfund dehnt sich in dem umgebenden Raum als solcher aus. Dabeiäussert der neuentstandene Dampf im Moment seiner Entstehung einegewisse Expansivkraft (s. d.) und wird unter allen Umständen zurEntstellung kommen, sobald nicht ein eben so grosser oder ein grös-serer hindernder Druck ihm entgegen wirkt. Einen hindernden Druckbringen aber 1) die Wände eines Gefässes, '2) eine absperrende Flüs-sigkeit (Quecksilber, Wasser u. dgl.j oder, was sehr zu beachten ist,3) die Expansivkraft des in dem Räume, wo der Dampf entstehensoll, schon vorhandenen gleichartigen Dampfes hervor. Wenn da-her eine Flüssigkeit, ganz in eine feste Umhüllung eingeschlossenden abgeschlossenen Raum ganz ausfüllt; so kann sich kein Dampfbilden; es sei denn dass die Expansivkraft desselben im Momenteder Entstehung die Hülle zu zersprengen vermöchte. Eben so kannsich im Innern einer der Einwirkung der Schwere unterworfenenFiüssigkeitsmasse kein Dampf bilden, es sei denn, dass der Druckden die Flüssigkeit ausübt, geringer ist als die Expansivkraft des sichbildenden Dampfes. Endlich kann sich auch an der Oberfläche ei-ner Flüssigkeit kein Dampf bilden, wenn schon Dampf derselben Artvorhanden ist und mit derjenigen Expansivkraft, die der entstehendeDampf hat, auf die Oberfläche drückt. Das Vorhandensein andererGasarien mit beliebig hohem Druck hemmt die Dampfbildung nicht,wenn gleich es dieselbe verzögert. Daher findet auf der Oberflächeder Erde unter allen Barometerständen Verdampfung des freienWassers statt, obwohl die Expansivkraft der sich im Freien bilden-