Roger Bacon.
23
einer Zeit, in welcher man noch allgemein an Magie glaubte*), be-urtheilte Bacon (namentlich in seiner Epistola de sccretis operibusartis et naturae et de nidlitate magiae) den Aberglauben seiner Zeitrichtig und hob er hervor, dafs viele auf natürliche (mittelst einesMagnets z. B.) aber dem grofsen Haufen unbekannte Weise zu be-wirkende Erscheinungen von diesem — namentlich wenn Zauberformelndazu gesprochen und ähnliche Gaukeleien aufgeführt werden — alsdurch übernatürliche Kräfte hervorgebracht betrachtet werden. InVielem erhob sich Bacon über Das, was zu seiner Zeit anerkanntwar, auch aufserhalb des naturwissenschaftlichen Gebietes, und dieSelbstständigkeit seiner Ansichten, der darin sich äufsernde Wider-spruch gegen die Autorität war der Grund, wefshalb er verfolgtwurde. Und dieser Mann glaubte an die Wahrhaftigkeit der Alchemieund daran, dafs dieselbe uns Unbegreifliches hervorbringen könne,wie an Unzweifelhaftes. Weniger tritt dieser Glaube hervor in demschon länger bekannten, als Opus majus betitelten Werke Bacon'smehr in den erst nach der Mitte unseres Jahrhunderts durch denDruck veröffentlichten Werken: dem Opus minus und dem Opustertium, und ganz in diesem Glauben verfafst und dem letzteren beiAnderen kräftigste Unterstützung gewährend sind die unter denAlchemisten seit lange verbreiteten, die Goldmacherkunst ex professobehandelnden Schriften: Speculum edehimiae, Breve breviarium dedono Bei u. a. Da wird die die Möglichkeit der Metallverwandlungbegründende Lehre der Araber bezüglich der Zusammensetzung derMetalle vorgebracht, da die künstliche Herstellung edler Metalle alsdie eigentliche Aufgabe der Chemie hingestellt, speciell des als
*) Die Magie mit Dem, was sie als Specialitäten in Betreff des Wetter-macliens, der Nekromantie u. A. einschliefst, war damals ein wenigstens inSpanien — in Salamanca nämlich, dessen Hochschule um 1250 gegründet war —in eigens dafür bestimmten TJniversitäts-Vorlesungen gelehrter Zweig des Wissens.Vigebat olim in Hispania haec ars, publiceque docebatur in Salamantica aca-demia: nunc vero publieis legibus sublata est, bezeugt der 1576 verstorbeneCardanus im 10. Buch seines (1550 zuerst veröffentlichten) Werkes de subtilitate[p. 773 der Lyoner Ausgabe von 1554), in welchem Buch — ebenso wie in dem18-, da wo von der Besprechung der (schwarzen) magiae malefi.cae sich weg-wendend er dazu, einiges auf die magiam utilem (die weifse) Bezügliche darzu-legen, übergeht — der Verfasser recht Interessantes über Zauberwirkungenbez.-w. über Leichtgläubigkeit noch aus seiner Zeit mitgetheilt hat.