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Mikroskopische und mikrochemische Untersuchung der Harnsedimente : mit 17 Taf. u. 13 Abb.
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Zum Schlüsse wird das Präparat mit einem runden, ebenfallsschwach erwärmten Deckgläschen bedeckt und durch schwachen Druckmittels einer Präpariernadel eine gleichmäßige Ausbreitung der Gelatinezwischen dem Objektträger und dem Deckgläschen bewirkt.

Es geschieht nicht selten, daß trotz sorgfältiger Präparation einigeLuftbläschen in das Präparat gelangen. Diese können durch Erwärmendes Präparates und Andrücken des Deckgläschens zumeist beseitigtwerden. Bei selteneren Präparaten ist es jedoch am besten, wenn manauf das Beseitigen der Luftbläschen — um das Präparat nicht zu ver-derben — Verzicht leistet.

Die Glyzeringelatine als Einschlußmittel ist natürlich nur fürsolche Körper geeignet, welche sich darin nicht auflösen, so wie: Harn-säure, harnsaures Ammon, Oxalsaurer Kalk, kohlensaurer und phosphor-saurer Kalk, phosphorsaure Ammonmagnesia sowie die amorphenPhosphate Leuzin, Tyrosin, Cholestearin, Farbstoffe, Fett, Epithelien,Blut, Eiter, Spermatozoiden, Gewebsbestandteile sowie sämtliche Ver-unreinigungen etc.

Nicht geeignet ist dieses Verfahren zum Einschlüsse von harn-saurem Natrium (amorphe Urate), Hippursäure, Zystin u. dgl.

Die organisierten Gebilde können auch in gefärbtem Zustande ein-geschlossen werden. Dies gilt besonders für die Epithelien oder Zylinder,welch letztere in ungefärbtem Zustande durch das starke Lichtbrechungs-vermögen der Glyzeringelatine an Schärfe einbüßen.

Um die morphotischen Elemente des Harnsedimentes zu färben,kann man folgendermaßen verfahren:

Der zum Ausschleudern bestimmte Harn wird mit einigen Tropfenverdünnter Kalilauge schwach alkalisch gemacht und mit einigen Tröpf-chen des Löfflerschen Reagens (siehe Keagentien) versetzt. Ebensogutkann eine beliebige andere Anilinfarbstofflösung benützt werden.

Darauf wird der Harn ausgeschleudert, der Harn von dem Sedimenteabgegossen, letzteres mit Wasser versetzt, umgeschüttelt und diese Pro-zedur 2—3mal wiederholt, bis sich das Wasser nicht mehr färbt.

Das so gefärbte Sediment wird in der oben angegebenen Weiseeingeschlossen.

Die in Glyzeringelatine eingeschlossenen Präparate benötigeneigentlich anfangs gar keinen Verschluß, da das Deckgläschen nach demErstarren der Gelatine auf dem Objekte festhält. Nachdem sich jedochdie Deckgläschen solcher Präparate nach längerer Aufbewahrung starkbeschlagen, erscheint es sehr zweckmäßig, sie mit einem Lackringe zuversehen.