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Benzoesäure: Vorkommen, Isolierung und Synthese
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Vom 17. Jahrhundert an war die durch Sublimation erhaltene Benzoe-säure offizineil: aber sicher hat .man sie schon früher in Händen gehabt.Auch ihre Natur als Säure muß schon sehr lange bekannt gewesen sein.Lemery machte auf ihre sauren Eigenschaften aufmerksam (1645—1715)(Lehrbuch „Cours de Chymie"). Nach Kopp (Gesch. d. Ch. IV, 359) hatBlaise de Vignibee (Tratte" du fou et du sei) zuerst kristallisierte Benzoe-säure durch Destillation von Benzoeharz erhalten. Über das Vorkommenvgl. auch Fehlxng (Handwörterb., S. 1037).
Wenn nach diesen Mitteilungen auch die Benzoesäure schon sehrlange bekannt war, so kannte man doch nicht ihre Zusammensetzung.Erst nach Lavoisieb wurde festgestellt, daß die Benzoesäure eine reineorg. chemische Verbindung sei (Scheele, Opuscula II, 23 und Cbele,Neue Entd. III, 98; Lichtenstein, Cbell N. Entd. IV, 9; Hekmbstadt,Cbells ä. 1785, II, 303; Tbommsdokee ebenda 1790, II, 203; Beezelius,Gehlens Neues allg. Journ. der Chemie II, 277; Robiquet und Bouteon-Chaklahd, A. eh. 44, 352). Aber erst die Untersuchungen von Liebig undvon Wohlee und Liebig (P. 26, 325; A. 3, 249) bewiesen die BruttoformelC 7 H 6 0 2 ; ferner trugen wesentlich zu ihrer Kenntnis bei Mitscherlich(P. 29, 231) und Pbligot (Eedmann und Schweigg.-Seidels Journ. III,16). W. und L. nahmen das Radikal „Benzoyl" im Jahre 1832 an.Dumas (Handb. V, 188) sagt im Jahre 1847: „Die Geschichte der Benzoe-säure bot den Chemikern vor einigen Jahren noch wenig Interesse dar,allein gegenwärtig verhält sich dies anders. Aus ihrer Dunkelheit hervor-gezogen, wurde diese Säure der Gegenstand äußerst glücklicher Unter-suchungen, die zur Entdeckung von Gesetzen führten, welche ohne Zweifelspäter eine sehr allgemeine Anwendung finden werden. Beachtet manzugleich, daß die Benzoesäure bei vielen Reaktionen sich bildet, und daßsie aber auch in vielen organischen Substanzen schon als fertiges Produktsich vorfindet, so ist leicht begreiflich, daß das Studium dieser Säureäußerst wichtig für den Chemiker sein muß.-'
Schon aus diesem Referat ist ersichtlich, daß es unmöglich ist, andieser Stelle alle die zahlreichen Reaktionen und Verbindungen anzu-führen, welche man aus der Benzoesäure gewann. Das von W. und L.angenommene hypothetische Radikal vergleicht Dumas mit dem Kohlen-oxyd, „mit dem es in seinen Hauptreaktionen viel Ähnlichkeit hat".Auf Grund der Radikaltheorie sah man alsdann den Benzaldehyd als„Benzoylwasserstoff" usw. an. Wenn man demnach auch in der Periode1830—1857 über die Zusammensetzung der Benzoesäure in bezug aufihre Bruttoformel im klaren war, wenn auch niemand mehr an ihrerSäurenatur Zweifel hegte, und sie in volle Analogie mit anderen organi-schen Säuren, so mit denen der Fettsäurereihe usw., gebracht werdenkonnte, so war man sich im Jahre 1857 natürlich über die nähere An-ordnung der Atome im Molekül der Benzoesäure nicht klar; man wußteeben nicht, wie die Atome in dem Radikal „Benzoyl" miteinander ver-bunden waren. — Erst die nächste Periode, 1857—1872, brachte mitder Aufstellung der Kekule sehen Benzoltheorie auch Klarheit über die