Säuren. Benzoesäure: Vorkommen, Isolierung und Synthese
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d) Säuren.
d,) Gesättigte Säuren.
Werfen wir einen Blick auf die bisher besprochenen Benzolderivate,so erkennen wir, daß neben wenigen Kohlenwasserstoffen sich besondersPhenole, deren Äther, Alkohole und Aldehyde finden, daß ferner Ketoneselten sind. Vielfach herrschen erwähnte Verbindungen in einzelnenätherischen Ölen vor und sind für den Geruch des Öles maßgebend;häufig kommen sie aber auch nur in geringer Menge vor und sindnichtsdestoweniger für den Geruch charakteristisch. Außer erwähntenKategorien von Bestandteilen finden sich in einzelnen ätherischen ÖlenSäuren, die zur Benzolreihe gehören; es sollen hier zunächst nur die-jenigen beiden Säuren Erwähnung finden, welche außer der Carboxyl-gruppe keine Sauerstoffsubstitution im Kern aufweisen: es sind dies diegesättigte Benzoe- und die ungesättigte Zimtsäure. Für den Geruch desbetreffenden ätherischen Öles sind diese Säuren durchaus belanglos, auchist ihr prozentuales Vorkommen ein geringes. Die Entstehung dieserSäuren dürfte teilweise auf Verseifung von Estern zurückzuführen sein,teilweise dürften sie durch Oxydation der entsprechenden Aldehyde ent-stehen, oder aber auch von der Spaltung von Glykosiden herrühren. —Es ist ferner zu erwähnen, daß das Vorkommen dieser Säuren schonsehr frühzeitig beobachtet wurde, indem sie sich aus den ätherischenÖlen in kristallisiertem Zustande abschieden. Man rechnete sie deshalbschlechthin zuerst zu den Kampfern ohne Rücksicht auf ihre chemischeNatur, auch zu den Stearoptenen, wie man die festen Bestandteile gegen-über den flüssigen Elaeoptenen nannte.
Schließlich verfiel man auch in den umgekehrten Fehler, daß manviele Kampferarten und Stearoptene für Benzoesäure ansah und als solcheschlechthin bezeichnete. Sehr lange hat es gedauert, bis man Benzoe-und Zimtsäure auseinanderhielt. Auch das Vanillin, das sich auf denVanilleschoten abscheidet, das Cumarin usw. wurden als Benzoesäureangesehen. Schon Dumas (Handb. V, 189) sagt: „Man will sie auch inder Vanille, dem Steinklee (Melilotus offic), den Tonkobohnen und in demCastorium gefunden haben, doch wäre zu wünschen, daß diese Beobach-tungen erst noch durch wiederholte Versuche bestätigt würden." Durchdieses Referat soll gezeigt werden, wie schwer es war, selbst eine so gutdefinierte Verbindung, wie sie die Benzoesäure ist, in früheren Zeitenscharf nachzuweisen.
363. Benzoesäure C 0 H 5 -COOH.
Vorkommen, Isolierung und Synthese. Die Benzoesäure ist zuerstim Benzoeharz entdeckt, sodann in vielen anderen Harzen und Bal-samen nachgewiesen worden (Drachenblut, Storax, Myrrhe, Tolubalsam usw.)