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4 (1907) Benzolderivate und heterocyklische Verbindungen
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Benzylalkohol: Identifizierung, Konstitution und Geschichte

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Benzylacetat C 6 H 5 • CH 2 • 0 • COCH 3 (Cannizzabo, A. 88, 130).bindet sich im Jasminblütenextraktöl (Hesse, B. 33, 1588), ferner als■Hauptbestandteil im Jasminblütenöl (Hesse und Müllee, B. 32, 565):S dp. 215,5 — 216°, d lb = 1,062 (vgl. Bestandteil Benzylacetat, Bd. I,S. 806).

Phenylurethan des Benzylalkohols C e H 5 CH 2 OCONHC 6 H 5 : Smp.7 7—79° (Sch. 1899, I, 27 Anui.): Smp. 78° (v. Soden und Kojahn, B. 34,2809 Anm.).

Benzylpbtalestersäure C 6 H 4 \qqqq jj (Sch. 1903, II, 15): Smp.

106 —107°, kristallisiert aus Benzol in Prismen.

BrenztraubensäurebenzylesterCH 3 -CO-CO-OC 7 H 7 (Simon, Bl. III,13, 483; A. eh. VII, 9, 502): Sdp. 207—208°, d 14> = 1,090.

Das Semicarbazon dieses Benzylbrenztraubensäureesters NH 2 -CO-NH.N:C(CH 3 )-COOC 7 H 7 schmilzt bei 176° (Bouveault, C. r. 138, 984).

Identifizierung des Benzylalkohols. Um den Benzylalkohol in äthe-rischen Ölen nachzuweisen, kann man fraktioniert destillieren und dieu m 205° siedenden Anteile für sich auffangen und auf BenzylalkoholPrüfen. Säuren und Phenole sind vorher durch Alkalilauge zu ent-fernen, ebenso Aldehyde und Ketone durch Behandlung mit Bisulfit,Hydroxylamin, Semicarbazid usw. Die Bestimmung der physikalischenDaten gibt einen Fingerzeig, ob Benzylalkohol vorliegen kann, namentlichder Siedepunkt ist bei dem hohen Volumgewicht charakteristisch,»on chemischen Verbindungen sind das Phenylurethan vom Smp. 78°,die Benzylpbtalestersäure vom Smp. 106—107° und das Semicarbazon des■benzylbrenztraubensäureesters vom Smp. 176° charakteristisch. Das Acetatzeichnet sich durch seinen lieblichen Geruch aus.

Die Konstitution des Benzylalkohols ergibt sich aus seiner Analyse,Synthese und Reaktionen ohne weiteres.

Zur Geschichte des Benzylalkohols ist zu bemerken, daß er, wieerwähnt, zuerst von Cannizzaeo im Jahre 1853 erhalten wurde durchBehandlung von Benzaldehyd mit alkohol. Kali, nachdem Wohles undLiebig diese Reaktion im Jahre 1832 nicht richtig erkannt hatten. InSchneller Aufeinanderfolge häuften sich seit 1853 Mitteilungen über dieDerivate des Benzylalkohols. — Jedoch wurde die Konstitution desBenzylalkohols, obwohl man seine Alkoholnatur 1857 bereits scharf er-kannte und ihn in Analogie mit Äthylalkohol setzte, doch erst in dernächsten Periode 1857—1872 voll erkannt. Als Kekule im Jahre 1865seine Benzoltheorie aufstellte, war auch die Konstitution des Benzyl-alkohols als Pbenyl-methylalkohol ohne weiteres gegeben. Das Vor-kommen des Benzylalkohols in ätherischen Ölen wurde jedoch erst inder letzten Periode, 1887 bis zur Gegenwart, mit Sicherheit nachgewiesen,obwohl bereits Tilden im Jahre 1875 auf sein Vorkommen im Kirsch-lorbeeröl aufmerksam gemacht hatte. Auf das Vorkommen freien Benzyl-alkohols im Jasminblütenöl (vgl. oben) ist gleichzeitig in den neunzigerJahren von Sch. u. Co. und von Hesse und Müllee zuerst hingewiesen worden.