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4 (1907) Benzolderivate und heterocyklische Verbindungen
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Phenylätkylalkohol: Vorkommen, Isolierung und Synthese

Die Anwendung des Benzylalkohols sowohl im freien Zustande, alsganz besonders als Acetat (vgl. dieses) ist eine mannigfaltige, namentlichin der Parfümerie.

358. Phenyläthylalkohol C s H 10 0

C eH 5

CH 2 • CH 2 OH.

Vorkommen, Isolierung und Synthese. Der Phenyläthylalkohol wurdeebenfalls früher synthetisch erhalten als in ätherischen Ölen aufgefunden.Radziszewski (B. 9, 373) gewinnt ihn aus dem Aldehyd der «-Toluylsäuremittels Natriumamalgam und stellt auch sein Acetat dar. Als Bestandteileines ätherischen Öls wurde der Phenyläthylalkohol im Rosenöl fast gleich-zeitig und unabhängig voneinander einerseits von v. Soden und Rojahn(B. 33, 1720), anderseits im Laboratorium von Sch. u. Co. (Sch. 1900,II, 56) von Walbaum (B. 33, 1903) aufgefunden. — Außer im Rosenölwurde der Phenyläthylalkohol im Orangenbliitenwasseröl nachgewiesen(Hesse und Zeitschel, J. pr. IL 64, 245; 66, 481).

Rosaceae.

v. Soden und Rojahn (B. 33 [1900], 1720) berichten über die Auf-findung eines aromatischen Alkohols im deutschen Bosenöl. Es wirdkonstatiert, daß das deutsche Rosenöl selbst nur Bruchteile von Prozentenan Phenyläthylalkohol enthält, daß dagegen im „Rosenwasser" verhältnis-mäßig größere Mengen vorhanden sind. „Für das Aroma des Rosenölsist die Gegenwart der minimalen Menge dieses Alkohols, welcher eineneigentümlich aromatischen, nur wenig rosenartigen Geruch besitzt, be-deutungslos." v. S. und R. isolieren alsdann den Phenyläthylalkohol ausdem „Rückstandwasser der deutschen Rosenöldestillation", aus dem „deut-schen Rosenwasser" und aus dem „deutschen Rosenöl" und synthetisierenschließlich den Phenyläthylalkohol nach Eädziszewski. — Sch. u. Co.(Sch. 1900, II, 56; 1901, I, 53) beobachten gleichzeitig, daß bei der Ge-winnung von Rosenöl sich ein schweres aromatisches Ol darstellen lasse.„Dasselbe Ol ließ sich auch beim Ausziehen getrockneter Rösenblättermit Äther gewinnen und die nähere Untersuchung ergab, daß es zumgrößten Teil aus normalem Phenyläthylalkohol bestand." „Auch in demExtrakt aus frischen Rosenblättern ließ sich ein ätherisches Ol nach-weisen, das zum größeren Teil aus Phenyläthylalkohol bestand." Sch. u. Co.lassen die auffallende Erscheinung, daß der Phenyläthylalkohol im ge-wöhnlichen Rosenöl in ganz verschwindender Menge enthalten ist, währender bei den Extraktölen den Hauptbestandteil ausmacht, vorläufig un-erklärt. Vgl. Walbaum „Über Zibeth, Jasmin und Rosen" (B. 33 [1900],1903). Walbaum und Stephan (B. 33, 2302) veröffentlichen eine Mit-teilung „Über das deutsche Rosenöl" und weisen in diesen Phenyläthyl-alkohol nach, wenn auch nur in geringer Menge.