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E. v. Behring's Gesammelte Abhandlungen
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3. Indikationen für die serumtherapeutische Tetanusbekämpfung

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den mit übelriechendem Sekret das Iodoform in grob kristallinischerGestalt und für gutartig- aussehende Wunden die Irrigation mit Jod-trichloridlösung (0,1—0,5 Proz.). Selbstverständlich sind Fremd-körper, wo irgend möglich, radikal zu entfernen.

Da das vom Pferde stammende antitoxische Serumprotein ausdem menschlichen Organismus ziemlich schnell verschwindet und daes die Vermehrungsfähigkeit des Tetanusvirus nicht beeinträchtigt,so besteht die Möglichkeit, daß bei präventiver Seruminjektion derTetanusausbruch bloß hinausgeschoben wird und daß nach kurativerSerumtherapie zwar zunächst Stillstand des Tetanus und Besserungeintritt, dann aber der Krankheitsprozeß von neuem exazerbiert.Die Antitoxininjektion ist deswegen nötigenfalls zu wiederholen.Einwandfreie Fälle von anaphylaktischer Vergiftung sind dabeibisher nicht zu meiner Kenntnis gelangt, aber es ist wohl denkbar,daß sie bei einer gehäuften Zahl von Fällen jetzt im Kriege in ähn-licher Weise zu beobachten sein werden, wie bei der serumtherapeu-tischen Diphtheriebehandlung. Für diese habe ich nun solche Serum-präparate hergestellt bzw. durch die Behringwerke G. m. b. H.Bremen und Marburg herstellen lassen, welche die Gefahr deranaphylaktischen Sensibilisierung und Vergiftung in viel geringeremGrade darbieten als die bisherigen Serumpräparate des Handels.

Die Behringwerke sagen folgendes darüber in ihrer Ge-brauchsanweisung betreffend „Behrings Original -Diphtherieseru m":

„Die antitoxische Sckutzwirkung ist gebunden an Serumprotein, welches, wenn esaus Pferdeblut oder aus anderen dem menschlichen Blut, heterogenen Serumarten ge-wonnen wird, im menschlichen Organismus formentativ zerfällt und innerhalb von etwa20 Tagen verschwunden ist, womit die Schutzwirkuug ein Ende erreicht. Wiederholtman bei fortbestehender oder erneuter Infektionsgefahr die präventive Seruminjektion,dann verringert sich die Dauer der Schutzwirkung bis auf 5—8 Tage. Es tritt nämlichnach der Erstinjektion des antitoxischen Proteins der sogenannte anaphylaktische Zustandoui, in welchem der fermentative Abbau bei der Eeinjektion der gleichen Serumart starkbeschleunigt ist.

Mit dem anaphylaktisch beschleunigten Proteinabbau steht in engem Zusammen-hang die vermehrte Neigung reinjizierter Individuen zum Befallenwerden durch die vonv. Pirquet sogenannte Serumkrankheit, welche sich in Exanthemen und anderweitigenKeaktionen mit fieberhaftem Verlauf äußert. Die Gefahren der Serumkrankheit nachwiederholter Injektion sind vielfach stark übertrieben worden, aber es läßt sich nichtleugnen, daß die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt von Serumexantbemen usw. beierstmaliger Injektion einer gegebenen Serummenge geringer ist, wie bei wiederholterInjektion der gleichen Dosis. Der Eintritt der Serumkrankheit ist auch noch von anderenFaktoren abhängig, unter welchen die mit der Antitoxindosis gleichzeitig eingespritzte1 i'oteinnienge obenan zu stellen ist.

Die staatliche Prüfung erstreckt sich außer auf den Antitoxingehalt auch noch aufKlarheit und Fehlen eines Bodensatzes, Sterilität, KarboMuregehalt, Unschädlichkeit fürMeerschweinchen und Proteingehalt. Die Behringwerke dehnen nun speziell für diezur Immunisierung dienenden Präparate die Prüfung noch aus auf den Grad der ana-phylaktischen Giftigkeit (den anatoxischen Index) nach der in v. Behrings „Ein-M t| Ullg " l d ' e Lehre von der Bekämpfung der Infektionskrankheiten" S. 118 beschriebenenMethode. Das von uns als besondere Marke ausgegebene Präparat „v. Behrings Diph-nerio-lmmunserum" hat danach eine fünfmal geringere anaphylaktische Giftigkeil:wie das -lOOfache Diphtherieserum Operations-Nummer 1, und der Eintritt der Serum-