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E. v. Behring's Gesammelte Abhandlungen
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I. Tetanusbekämpfung.

krankheit nach der Anwendung dieses Immunserums wird deswegen au£ ein sehr geringesMaß von "Wahrscheinlichkeit reduziert 1 ).

Um die auatoxische Vergiftung zu verhüten, kann man auch zurückgreifen auf dieAnwendung von antitoxischem ßinderserum, Ziegenserum usw. Die bis jetzt in den Handelgebrachten anderweitigen Tiersera haben jedoch einen viel niedrigeren antitoxischen Titer,wie die Pferdesera, was zur Folge hat, daß mit der gleichen Antitoxindosis eine relativgroße Proteinsubstanzmenge eingespritzt wird, von einem lOOfachen Rinderserum bei-spielsweise mit 100 AE. annähernd 100 mg. Nun wächst aber mit der Proteindosis dieGefahr der primärtoxischen Serumkrankheit. Wenn diese Gefahr auch kaum jemalslebensbedrohlich wird, so darf sie doch nicht übersehen werden. Es wird Sache statisti-scher Erhebungen sein, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob wir auf dem Wegeeiner Herabsetzung des anatoxischen Index im Pferdeserum oder durch die Wahl andererTiersera bei der präventiven Diphtheriebekämpfung die Serumkrankheit besser vermeidenkönnen."

Diese Sätze finden auch Anwendung auf das Tetanusserum,von welchem die Behring werke nach meinen Angaben ein ana-toxisch schwach giftiges Immunserum in den Handel bringen, bezüg-lich dessen die demnächst erscheinende Gebrauchsanweisung derB e h r i n g w e r k e genauere Angaben enthalten wird.

Auch die zweckmäßige Dosierung und Applikationsweise wirdin dieser Anweisung genau besprochen werden.

') v. Behring bezeichnet diejenige Serumdosis, welche bei hochsensibilisiertenMeerschweinchen von 250 g Gewicht nach intramuskulärer Injektion gerade noch aus-reicht zur Tötung unter den Erscheinungen des anaphylaktischen Shoeks, als 1 AnE. (= eineAnatoxin-Einheit). 1 com von unserem 400 fachen Serum enthält nun etwa 10Ö AnE.,so daß auf 4 AE. 1 AnE. kommt, während v. Behrings Diphtherie-Immunserum erst auf20 AE. 1 AnE. enthält.