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E. v. Behring's Gesammelte Abhandlungen
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Vorwort.

es daher freudig begrüßt, das Sie als Vertreter großer Kranken-häuser hierher gekommen sind, um zu sehen, welche von meinenLaboratoriumsarbeiten der Übertragung in die klinische Praxisfähig und würdig sind. v

Um Ihren kurzen Aufenthalt in Marburg möglichst frucht-bringend zu machen, habe ich für Sie das, was sich von meinenMethoden beschreiben läßt, schon vor unserem Kursus im Druckfertig stellen lassen, und wir können nunmehr, nachdem Sie alle inder Ihnen vorliegenden Druckschrift angegebenen Methoden selbstgeübt haben, Kritik daran ausüben und uns darüber einigen, wasdaran zu korrigieren und zu ergänzen ist.

Sie haben sich durch oft wiederholte Versuche davon überzeugt,daß die experimentellen Grundlagen meiner Blutmenge-bestimmung solide genug sind, um die Behauptung zu recht-fertigen, daß bei ihrer technisch einwandsfreien Ausführung dieFehlergrenze 4 Proz. nicht überschreitet, in der Kegel aber geringersein wird. Die in der Tetanustestgift-Labilität und in der Bestim-mung der nach intravenöser Antitoxininjektion in 1 ml Blut wieder-erscheinenden Zahl von Antitoxineinheiten gelegenen Fehlerquellenwerden nicht ganz zu vermeiden sein; man kann sie aber auf ihreGröße genau kontrollieren und, bei etwas vermehrtem Aufwand anVersuchstieren für die einzelne Blutbestimmung, recht geringfügigmachen.

Wie schwer es ist, das Tetanusgift in gelöstem Zustande guthaltbar zu machen, konnten Sie erfahren, als Sie sich eigene Gift-lösungen herstellten. Meine relativ stabilen Testgifte sind untervielen Operationsnummern in der Hauptsache empirisch heraus-gefunden worden. Sie enthalten mehrere konservierende Zu-sätze, von denen ich als die wichtigsten herausgefunden habe dasMalachitgriin-Toluol, einen geringen Gelatinezusatz und den Form-aldehyd. Während Ihrer Owöchentlichen Arbeit ist die Prüfungs-dosis vom Testgift Nr. 6 von 0,1 ml auf 0,12 ml gestiegen, was gegen-über der gewöhnlichen Giftabschwächung nur wenig bedeuten will.

Sehr wertvoll ist mir Ihre auf vielen Einzelversuchen beruhend«!endgültige Bestätigung meiner Behauptung gewesen, daß durch dieindividuelle Tetanusempfindlichkeit der Mäusedie Antitoxinbestimmung in ihrer Genauigkeit nicht beeinträchtigtwird. Sie haben sich davon überzeugt, daß, wenn man 10 Mäusendie gleiche Giftdosis subkutan injiziert, der krankmachende Effektquantitativ gleich ist, vorausgesetzt, daß bei der Auswahl der Ver-suchsmäuse die Erfahrungen berücksichtigt werden, über welcheich im vorliegenden 12. Heft meiner Beiträge ausführlich berichtethabe. Müßte man bei der Benutzung von Mäusen als lebendesReagens zur quantitativen Tetanusgiftbestimmung mit einer nen-nenswerten individuellen Differenz ihrer Giftempfindlichkeit rech-