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Vorwort.
in seinem Eppendorfer Krankenhaus den klinischen Wert meinerBlutuntersuchungen erprobten. Es erschien mir mm zweckmäßig,die durch die Einarbeitung eines Assistenten von Prof. Brauermir und meinen Abteilungsvorstehern (Prof. Römer und Dr.Zeissler) erwachsende Müheleistung auch für andere klinischeInteressenten nutzbar zu machen. Den Generalstabsärzten Exzellenzvon Schjerning und Exzellenz Schmidt verdanke ich es, daßdie zu Prof. Brauer und zu Geheimrat H e u b n e r abkommandier-ten Stabsärzte Dr. Kittmann und Dr. Eckert an dem währendder Monate November und Dezember 1911 abgehaltenen Kursusteilnehmen durften. Der Generalstabsarzt der bayerischen ArmeeProf. von Seydel schickte mir den Oberarzt Dr. Waldmann,Geheimrat Er. von Müller-München ließ Dr. von Domarus,Prof. Ed. Müller-Marburg seinen Assistenten Dr. Hahn anunserem Kursus sich beteiligen.
Bevor diese Herren im November 1911 zu mir kamen, hatte ichden methodischen Teil des 12. Heftes meiner Beiträge schon imDruck fertig gestellt. Was ich als Ergebnis meiner früheren In-stitutserfahrirngen druckfertig niedergelegt hatte, ist Gegenstandstrenger Kritik im Kursus gewesen und zum Teil korrigiert bzw.ergänzt worden.
Der Inhalt unserer Kursusarbeiten ist von mir zusammengefaßtworden in dem Kursusvortrag vom 21. Dezember 1911, welchen ichnachstehend habe abdrucken lassen.
M. H.! Wir haben vor 6 Wochen uns hier vereinigt, um diepraktische Brauchbarkeit meiner Blutuntersuchungsmethoden ingemeinsamer Arbeit zu prüfen. Ich habe geglaubt, daß die medi-zinischen Kliniken ein lebhaftes Interesse daran haben müßten, die-jenigen Blutverhältnisse und Bluteigenschaften, deren Studium zurAuffindung diagnostisch, prognostisch und therapeutisch wichtigerTatsachen geführt haben, in ihren eigenen Laboratorien zu kontrol-lieren. Nun sind die Ergebnisse meiner Untersuchungen über Anti-körperproduktion und Antikörpereigenschaften sowie über die?Frage nach den Substraten für die antitoxische und anatoxische*)Energie, ferner meine Bestimmung der Blutmenge und der Blut-gerinnungsenergie, meine Heilserumgewinnungsmethode, die „B, e i -nigung" der Heilsera usw. ■— nicht auf dem Boden der morpho-logischen Blutuntersuchung, welche bisher vorzugsweise in denKliniken geübt worden ist, erwachsen. Dazu waren vielmehr eigen-artige Methoden erforderlich, die, wie Sie sich überzeugt haben,durch literarisches Studium nicht erlernt werden können. Ich habe
i) Unter Anatoxizität verstehe ich die Fähigkeit eines Proteinkörpers solcheIndividuen krank zu machen, welche vorher durch ihn sensibilisiert worden sind. Dieanatoxische Energie ist demgemäß ein anaphylaktisches Phänomen undgehört in das Gebiet der Lehre von der erworbenen Überempfindlichkeit.