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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Heterokarbozyklische Verbindungen.

hydrate oder Kohlenhydratderivate; sie sind unl. in W. u. gebenmit Basen in W. leichtl. Verb.

Müzine, die durch Essigsäure aus ihren kolloiden Lös. (S. 63)fällbaren Schleimstoffe, sind unl. im Überschuß der Essigsäure(im Gegensatze zu allen anderen Albuminsubstanzen u. den Mu-koiden) u. geben beim Erhitzen mit verd. anorg. Säuren Amino-glukose; sie finden sich in vielen Sekreten u. Exkreten (Menschen-galle, Speichel, Schleim, Synovia, Fäzes, Harn usw.), im Binde-gewebe, sowie in allen wesentlich aus Zellen zusammengesetztenOrganen (Drüsen usw.); in den niederen Tieren finden sieh dieMüzine, gebunden an Eiweiß, als Muzinogene; zu erwähnen istSchnecken-, Sehnen-, Submaxillarismuzin.

Mukoide, Muzinoide, unterscheiden sich von den Müzinendadurch, daß sie durch Essigsäure aus ihren Lös. nicht fällbarsind, u. finden sich als Aszitesmukoid u. Pseudomuzin (Para-oder Metalbumin) in der Aszites- u. Ovarialzystenflüss., Kollo-mukoid in Krebsgeschwülsten, Ovomukoid in den Eiern; Chon-dromukoid im Knorpelgewebe, ist eine Verb von Eiweiß mitChondroitinschwefelsäure, C 19 H 26 NOi 3 (0'SOj"OH) (s. unten).

3. Gerüsteiweißstoffe.

Die Albuminoide oder Protei'noide finden sich nurin der Tierwelt u. bilden dort die org. Grundlage der Gerüst-gewebe u. der Schutzgebilde der Haut; gegen eiweißverdauendeFermente u ehem. Agenzien sind sie weit widerstandsfähiger alsdie anderen Eiweißstoffe u. geben nur zum Teil deren Reaktionen.

Hyalogene heißen namentlich bei niederen Tieren als Gerüst-u. Stützsubstanzen verbreitete, noch wenig bekannte Stoffe, diedurch Basen in Eiweißstoffe u. Hyaline zerfallen. Letzteresind stickstoffhaltige Derivate der Kohlenhydrate u.kommen auch frei vor, z. B. in der Knorpelsubstanz; das HyalinChondroitin, C, 8 H 27 NO u , zerfällt mit verd. Säuren in Essigsäureu. Chondrosin, C, 2 H 21 NO n ; letzteres läßt sich in Glykuronsäureu. Glykosamin spalten (S. 477.b); das Hyalin Chitin, C, 8 H 30 N 2 O, 2 ,in der Stützsubstanz niederer Tiere, zerfällt in Essigsäure u.Chitosan, C u H 26 N 2 Üi 0 ; letzteres läßt sich spalten in Essigsäureu. Chitosamin (Glykosamin = Glukosamin).

Kollagen, leimgebende Substanz, bildet den Hauptbestand-teil der Bindegewebsfibrillen, des Knochengewebes (hier Osseingenannt), des Knorpelgewebes (hier gemengt mit Chondroitin-schwefelsäure, s. oben, Chondrin oder Chondrigen genannt).

Kollagen ist unl. in W., Salzlös., verd. Säuren, Alkalien, beimKochen mit W. geht es in Leim über.

Die leimgebenden Gewebe verbinden sich mit Gerbsäure,Alaun oder Fetten, bleiben dann beim Trocknen geschmeidig u.widerstehen der Fäulnis; die so veränderten Gewebe sind das Leder.

Glutin, Leim, entsteht durch Hydrolyse des Kollagens (beimKochen mit W.) u. ist rein eine farblose, durchsichtige, amorpheMasse, in heißem W. lösl.; beim Erkalten erstarrt die Lös. gallert-artig; setzt man das Kochen lange fort, so verliert Glutin die