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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Verbindungen der Alkaloidgruppe.

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Pilokarpin, C n Hi 6 N 2 0 2 , sowie die isomeren Verb. Jaborin u.Pilokarpidin, C 10 H u N 2 O 2 , enthalten einen Imidozolring miteinem Furanring durch "CK," verkettet. Sie finden sich in denFolia Jaborandi der Pilokarpusarten.

*Pilocarpinum hydrochloricum, C 11 H 16 N 2 0 2 "HC1, bildetbei 194° schmelz. Krist., ist in rauchender Salpetersäure grünlichlösl. u. schwärzt beim Verreiben mit gleichviel Merkurochloriddieses nach dem Befeuchten mit Alkohol.

Strychnin, C S1 H 22 N,0,, enthält einen Pyrrolidin-Indolring. Esfindet sich nebst Bruzin in den Krähenaugen ('Semen Strychni),den Ignatiusbohnen u. im Holze von Strychnos colubrina; esbildet farblose, intensiv bittere Krist., die mit konz. Schwefelsäureu. etwas Kaliumdichromat versetzt, eine intensiv blauviolette Lös.geben, welche allmählich rot u. dann gelb wird.

*Strychninum nitricum, C 2t H 22 N 2 0 2 \HN0 3 , bildet Nadelnvon höchst bitterem Geschrnaeke, lösl. in 90 T. W.

Bruzin, C 23 H 26 N 2 0 4 4- 4H 2 0, Dimethoxylstrychnin, findetsich neben Strychnin, ferner auch in der Kinde von StrychnosNux vomica u. bildet linksdrehende Krist., welche mit Salpeter-säure (Reagenz auf diese) rot, beim Erwärmen gelb werden; aufZusatz von SnCl 2 wird die gelbe Farbe violett.

Kurarin, Ci 9 H 26 N 2 0, dürfte dem Strychnin ähnlich konstituiertsein. Es ist der wirksame Bestandteil des als Kalebassenkurarebezeichneten Extraktes verseh. Strychnosarten, welches als Pfeil-gift dient u. bildet ein braunes, amorphes Pulver, durch Schwefel-säure violett, durch Salpetersäure rot werdend.2. Chinolinderivate.

Zinchonaalkaloide. Die Rinde der Zinchonaarten (*Cortex Chinae)enthält über 20 Alkaloide, gebunden an Chinasäure (S. 552), vondenen folgende vier die wichtigsten sind. Diese sind Derivateeines Chinolin- u. zweier kondensierter Piperidinringe.Chinin u. Chinidin sind leichtl. in Ä., Zinchonin u. Zinchonidinfast unl. Fügt man zur wäss. Lös. der Chiniu- öder ChinidinsalzeChlorw. u. dann NH 3 , so entsteht smaragdgrüne Färbung (Thal-leiochinreaktion).

Methoxylzinchonin, bis zu 6 Proz.in der Chinarinde enthalten, bildetmit 3 Mol H 2 0 glänzende, bittere,schwer in ^g. lösliche Nadeln,wasserfrei bei 175° schmelz.; esbildet durch direkte Addition mit

Chinin, C,„H 24 N 2 0 2H

HC-HC

hch c:

H,

I

ILCELC HCH C

,OH

i

~N-

Säuren bittere pri-\CH 2 "C 9 H 5 (0 , CH 3 )N märe u. sekundäre

Salze, letztere sindschwerl. in W. Auch unter Abspaltung einer HO-Gruppe bildetes mit Säuren Ester, die med. Anw. finden, z. B.Dichininkohlensäureester (CjoH^NsO^COg als Aristochin,Chininkohlensäureäthylester (C 20 H 23 N 2 O)~CO 3 ~C 2 H 5 als Euchinin,Chininsalizylsäureester C 6 H 4 (OH)"COO(C 20 H 23 N 2 Ö) als S a 1 o e h i n i n,u. salizylsaures Salochinin als Rheumatin.

I