Druckschrift 
Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
Seite
509
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^i

Derivate unges. vierw. Kohlenwasserstoffe.

509

sie in Säuren der Oxalsäurereihe über. Halogene oder Halogen-säuren addieren sie unter Bild, von Halogenderivaten der Oxal-säurereihe, bei vorsichtiger Oxydation in wäss. Lös. addieren siezwei HO-Gruppen u. bilden vierwertige, zweibas. Säuren (s. unten).Auch hier kennt man außer den Strukturisomeren, wie bei anderenunges. Verb, je eine Cis- u. Transmodif. (s. geometrische Isomerie).

Fumarsäure, C 4 H 4 0 4 oderHOOC"CH=CH'OOOH, Konfigurations-formel s. S. 343, findet sich frei in vielen Pflanzen, so im Erd-rauchkraut (Fumaria offic), im "Isländischen Moose u. in einigenPilzen, namentlich den Champignons. Sie sublimiert bei 200°ohne zu schmelzen, ist in W. schwer löslich, nicht giftig, u. bildetkein Anhydrid (S. 358).

MaleTnsäure, C 4 H 4 Ö 4 , stereoisomer der Fumarsäure, Konfigura-tionsformel s. S. 342, schmilzt bei 130 °, ist leichtl. in W., giftign - bildet ein.Anhydrid (S. 358). Beide Säuren entstehen beim Er-hitzen von Äpfelsäure (S. 455); mit nasz. H geben sie beide Nor-ttialbernsteinsäure, mit W. erhitzt Äpfelsäure, bei der Elektrolyseihrer Salze entsteht Azetylen: C 4 H 2 K 2 0 4 = C 2 H 2 + 2C0 2 + 2K.

Bei der Oxydation beider Säuren in wäss. Lös. werden zweiHO-Oruppen addiert, wobei Fumarsäure in Traubensäure, Malein-säure in Mesoweinsäure übergeht, woraus sich die Konfigurationder beiden letzteren stereoisomeren Säuren C 4 H G 0 6 ergibt (s. S. 340).

Itakonsäure, C 6 H 6 0 4 oder CH 2 =C(COOH)CH 2 (COOH), Me-thylenbernsteinsäure, u. die mit derselben isomere

Zitrakonsäure, C 5 H 6 0 4 , Methylmalei'nsäure, entstehen beimErhitzen von Zitronen- oder Akonitsäure über 175° (S. 454).

IWesakonsäure, C 6 H ? 0 4 oder HOOC-(CH s )C = CH-COOH, Methyl-fumarsäure, der Zitrakonsäure stereoisomer, entsteht beim Er-hitzen von Itakon- oder Zitrakonsäure mit W. bei 200°.

Akonitsäure, C 6 H 6 0 6 oder C 8 H 3 (COOH) s , Equisetsäure, isteine unges. dreibas. Säure des Propylens, u. findet sich in Aconi-tum Napellus, Equisetum fluviatile, im Zuckerrohr, in der Kunkel-rttbe, u. entsteht beim Erhitzen von Zitronensäure auf 175°:C 3 H 4 (OH)(COOH)3 = C 8 H 3 (COOH)3 + H 2 0 (S. 459); mit nasz. H gehtsie in Trikarballylsäure C 8 H 6 (CÖOH) 3 , Propantrikarbon-säure über, die auch durch Einw. von B J auf Zitronensäure ent-steht u. in den unreifen Runkelrüben vorkommt.

Verbindungen durch Substitution von denunges. vierw er tigen Kohlenwasserstoffen sich ableitend.1. Vierwertige Kohlenwasserstoffe.Allgemeine Formel C n H 2n _ 8 .Azetylen C 2 H 2 . Propylaxetylen C 6 H 8 .

Allylen C 3 H 4 . Butylaxetylen C 6 H 10 .

Krotonylen C 4 H 6 . usw.

Die vierwertigen unges. Kohlenwasserstoffe heißen Aze-tylene; in denselben sind entweder zwei von den vorhandenenC-Atomen mit je drei Wertigkeiten aneinander gebundenoder es treten bei den Isomeren (den Diolefinen) zwei