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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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354 Organische Chemie.

z.B. C 6 H 4 <-^ CO-CH3) gibt C 6 H 4 <^ H >C-CH 8 + H 2 0.

Azetyl-o-phenylendiamin. Methylbenzimiddiazol.

Die Abspaltungsprodukte einer Verb, geben oft auchd irekte Anhaltspunkte für ihre Konstitution.

Z. B. liefert Essigsäure mit Ätzkalk erhitzt Sumpfgas: C 2 H 4 O ä4- CaO = CaC0 3 + CH 4 , Benzoesäure mit Ätzkalk erhitzt Benzol:C,H 8 0 2 + CaO = CaC0 3 + C 6 H 6 ; hieraus folgt, daß sich Benzoe-säure zum Benzol verhält, wie Essigsäure zum Sumpfgas u. daßbeide Säuren COOH-Gruppen enthalten, also die KonstitutionCH s _ COOH u. C 6 H 5 ~COOH haben müssen.

Durch CO. r Abspaltung erhalfene, org. Verb, führen oft mitBrenz- oder Pyro- beginnende Namen.

b. Synthetische Methoden.

Diese bezwecken aus einfacheren C-Verb. bekannterKonstitution stufenweise kompliziertere aufzubauen, also dieHerstellung einer org. Verb, aus einer anderen.

Z. B. vereinigen sich C u :- H direkt zu Azetylen HC E CH, dasnasz. H in Äthylen, C 2 H 4 , u. Äthan, C 2 H 6 , überführt, aus welchenwieder zahlreiche andere Verb, erhalten werden können.

Leitet man Azetylen, C,H 2 , durch glühende Röhren, so ent-steht Benzol, C 9 H 6 , mit ringförmiger Bindung der C-Atome, auswelchem durch Substitution eine große Anzahl anderer zyklischerVerb, erhalten wird.

Die meisten Synthesen erfolgen durcb Sub-stitution, d. h. durcb Ersatz von Atomen oder Atom-gruppen in einem Mol. durcb andere; hierbei nimmt manim allgemeinen an, daß die eintretenden Atome oder Atom-gruppen die gleiche Stellung im Mol. einnehmen, wie dieaustretenden u. daß die Atomverkettung in den ausgetauschtenAtomgruppen keine Veränderung erleidet.

Da aber zuweilen in den Atomgruppen intramolekulare Um-lagerungen stattfinden, so ist eine Konstitutionsformel stets aufmehreren synth. Wegen festzustellen; z. B. beim Erwärmen ausNCS~Ag -f C 3 H 6 ~J entsteht SGSTC 3 H 5 u. nur bei niederer Temp.die zu erwartende Verb. NCS"C 3 H 5 .

Im Ätbylchlorid, C 2 H 5 ~C1, dessen Struktur eindeutig ist, wirddas Chlor leicht durch OH substituiert u. es entsteht Äthyl-alkohol, C 2 H 5 ~OH, der mit HCl wieder C 2 HfCl gibt, man nimmtdaher im Äthylalkohol die im Äthylchlorid vorhandene Atom-gruppe C 2 H 5 ~ an, u. hieraus ergibt sich dann die Anwesenheit einerHO-Gruppe u. die Konstitution C 2 H 6 ~OH für Äthylalkohol; durchdie leichte Ersetzbarkeit von nur einem H-Atom unter den vor-handenen 6 H-Atomen durch Metalle oder Atomgruppen wird dieangenommene, von den anderen H-Atomen abweichende Verkettungdieses einen H-Atoms bestätigt u. die zweite mögliche FormelH 3 C~O^CH 3 für Äthylalkohol ausgeschlossen.