■SB
BB9
312
-v
V-
Metalle und deren Verbindungen.
oft kaum unterscheiden kann, welches von beiden man vor sichhat, so daß man jetzt das schmiedbare Eisen nach dem Zu-stande unterscheidet, in welchem es sich bei der Beendigung seinerDarst. befindet, nämlich als Schweiß- u. als Flußeisen.
Schweißeisen befindet sich vor dem Erkalten in teigavtigemZustande, da es schlackenhaltig ist; dasselbe kann Sehweiß-schmiedeeisen oder Schweißstahl sein.
Flußeisen befindet sich vor dem Erkalten in geschmolzenemZustande, da es schlackenfrei ist; dasselbe kann Flußschmiede-eisen u. Flußstahl sein.
Darst. des Roheisens. Es wird vorwiegend Eisenoxydeu. Eisenkarbonate enthaltendes Erz verwendet, welches mandurch Erhitzen mit Kohle reduziert, seltener Schwefel ent-haltende Erze, da dieselben erst durch Rösten entschwefeltu. in Ferrioxyd übergeführt werden müssen (S. 151.4).
Die Erze werden geröstet, um sie aufzulockern, wobeisie in Oxyde übergehen, dann mit Koks u. dem Zuschlaggemischt u. in einen zum Teil schon mit glühendem Koksgefüllten, röhrenförmigen Ofen von 15—30m Höhe, Hoch-ofen genannt, geschüttet. Früher nahm man Holzkohle;Steinkohlen sind meistens nicht direkt brauchbar, sondernmüssen erst in Koks übergeführt werden.
Die zur Reduktion in den Hochöfen nötige Temp. wird anmanchen Orten statt durch Verbrennung von Koks durch Elekt.erzeugt. Direkte Darst. von Sehmiedeeisen aus den Erzen s. S. 310.
Eisenerze enthalten fast stets im Hochofen unschmelz-baren Ton u. Sand, welche eine Vereinigung der geschmol-zenen Eisenteilchen verhindern, weshalb man den ErzenStoffe zusetzt (den Zuschlag), welche mit den Beimischungenleichtflüssige Silikate (die Schlacke) geben.
Der Zuschlag besteht bei silikatarmen Erzen aus Sand oderTon, bei silikatreichen Erzen aus Kalkstein. Die Schlacke be-wirkt also ein Zusammenfließen der geschmolzenen Eisenteilchen,löst die fremden Bestandteile des Eisens auf u. schützt das ge-bildete Roheisen vor der oxydierenden Wirkung der Gebläseluft;da nämlich die Eisenerze erst bei sehr hoher Temp. reduziertwerden, so muß eine lebhafte Verbrennung durch eine im unterenTeile des Ofens mündendes Gebläse unterhalten werden.
In dem Maße, in welchem die Koks verbrennen u. Erze nebstZuschlag schmelzen, sinkt die Füllung u. wird fortwährend ergänzt,so daß ein Hochofen mehrere Jahre, bis zu seiner Unbrauchbarkeit,brennt. Das geschmolzene Eisen sammelt sich am Boden des Ofens;auf dem Eisen schwimmt die geschmolzene Schlacke, welche durcheine seitliche Öffnung abfließt. Sobald das geschmolzene Eisen