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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen, sowie des "Arzneibuches für das Deutsche Reich" und anderer Pharmakopöen, namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Benennung.

119

II

a. Säuren.Säuren heißen Verb, des H mit einem oder mehrerenNichtmetallen (seltener mit einem Metall u. einem Nicht-metall), in deren Mol. die H-Atome beim Zusammentreffenmit einem Metall oder einem Metallhydroxyd (einer Base)oder mit einem Metalloxyd (einem Basenanhydrid) ganz oderteilweise durch die betr. Metallatome ersetzt werden können(Salzbild., s. S. 122).Z. B.

2 HCl

Chlorwasser-stoffsäure.

H 2 S0 4

Schwefel-säure.

HNO,

Salpeter-säure.

Säuren haben,

Zn

Zink.

ZnClj

+

2H

Zinfe-chlorid.

Wasserstoff.

ZnS0 4

+

HÖH

Zink-sulfat.

Wasser,

NaN0 3

+

HÖH

Natrium-nitrat.

Wasser.

+ ZnOZink-oxyd.

+ NaOH

Natrium-

hydroxyd.

wenn sie in W. löslich sind, sauren Ge-schmack u. saure Reaktion, d. h. die Eigensch., blauen Lack-musfarbstoff zu röten, gerötete Phenolphtaleinlös. zu ent-färben u. gelbe Methylorangelös. zu röten. Man unterscheidetsauerstofffreie und sauerstoffhaltige Säuren, nach der Anzahlihrer durch Metalle ersetzbaren H-Atome unterscheidet manein-, zwei- usw. basische Säuren (auch ein-, zwei- usw.-wertige oder mono-, di- usw. -hydrische Säuren genannt).

Die Ionentheorie definiert Säuren als H-Verb., welche beider elektrolytischen Dissoz. teilweise oder ganz in Kationen desII sowie in Anionen der Nichtmetalle (oder aus Anionen be-stehende Atomgruppen) zerfallen; die H-Kationen verursachen densauren Geschmack u. die saure Reaktion der Säuren.

Die Stärke der Säuren u. Basen (ihre Affinitätsgröße)wird bedingt durch die Größe ihrer Dissoziationsfähigkeit; jestärker eine Säure dissoziiert, desto mehr H-Kationen enthält sieu. ebenso ist eine Base um so stärker, je mehr OH-Anionen sieenthält. Schwache Säuren u. Basen sind die C-haltigen, da sie inwäss. Lös. viel weniger dissoziieren wie anorg. Säuren (s. S. 58).

Säureanhydride, säurebildende Oxyde heißen solcheOxyde, die entstehen, wenn aus einem oder mehreren Mol.einer sauerstoffhaltigen Säure aller vorhandene Wasserstoffmit der entspr. Menge Sauerstoff als W. austritt.Z. B. H 2 S0 4 = S0 3 + H 2 0 2H 3 P0 4 = P 3 0 5 + 3H 2 0.

Schwefel- Schwefelsäure- Phosphor- Phosphorsäure-

säure, auhydrid. säure. auhydrid.

Säureanhydride besitzen keine saure Reaktion u. ver-binden sich mit W. meistens wieder zu Säuren.