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Gallae.
und soll hier ebenso gut wirken wie Pyrogallol, ohne die toxischen Erscheinungen desletzteren zu zeigen. Die Ausscheidung erfolgte bei den Thierversuchen in Form vonSchwefelsäureäthern und Glukuronverbindungen.
Gallae.
Gallae (Germ. Austr.). Galla (Helv. Brit. U-St.). Gallae Asiaticae s, Halepenses«. Levanticae s. Turcicae. Gallae Aleppo nigrae. Gallae quercinae. Nuces s.Poma Gallarnm. — Gallen. Galläpfel. Gallnüsse. Eichäpfel. — Galle de Cheued'Alep. Noix de galle d'Alep (Gall.). — Galls. Nutgals. Gall-nuts. Oak-apples. Sinddie durch die weibliche Gallwespe Cynips tinctoria Hartig (syn.: Cynips Gallaetinctoriae Oliver, C. tinctoria L.) (Familie der Cynipidae, Abtheilung der echtenGallwespen: Psenides) auf QuerCUS infectoria OÜV. (syn. Qu. lusitanica a. infec-toria Alph. D. C.) erzeugten Gallen. Die strauchige Eiche mit welligen, stachelig-gezähnten Blättern ist heimisch im östlichen Mittelmeergebiet und in ganz Kleinasien.Das Insekt kommt weiter nach Osten vor, es erzeugt in Mitteleuropa auf Quercus sessili-flora Sm. und Qu. pubescens Willd. kleinere, den officinellen ähnliche Gallen. DasInsekt legt je ein Ei in eine Knospe, wahrscheinlich ohne dabei die Blättchen zu durch-stechen. Ob die Galle entsteht infolge eines durch die blosse Gegenwart des Eies undspäter der Larve hervorgerufenen Beizes oder durch den von Flüssigkeiten verursachtenKeiz, welche das Insekt bei der Eiablage oder das junge Individuum absondern, ist nochungewiss.
Beschreibung. Die Galle, die also aus einer umgewandelten Knospe hervorgeht,ist kuglig, nach unten meist in einen ganz kurzen, stielartigen Fortsatz verschmälert, inder oberen Hälfte mit kurzen Höckern, Stacheln oder Falten. Der Durchmesser beträgtbis 2,5 cm. Etwas unterhalb der Mitte liegt das ungefähr 3 mm weite Flugloch, wenndas Insekt nach seiner Ausbildung die Galle bereits verlassen hat. Die Farbe ist schwärz-lich-grünlich, braun, braungelb bis gelb. Bereits durchbohrte Gallen sind heller undweniger werthvoll als dunkle, nicht durchbohrte. Die Gallen sind sehr hart, so dass sieunter dem Hammer in scharfkantige Stücke zerspringen. Auf einem Querschnitt unter-scheidet man 1) die dichte oder zuweilen zerklüftete, weissliche oder braune Aussengalleund 2) die aus einer „Schutzschicht" und der innerhalb derselben gelegenen „Nährschicht"bestehende Innengalle. Die Aussengalle besteht aus grosszelligem, meist getüpfeltemParenchym, dessen Zellen Gerbsäure in grossen Klumpen, Stärke sowie Oxalat in Einzel-krystallen und Drusen enthalten (Fig. 256 a, b, c). Sie geht allmählich in die Schutzschicht derInnengalle über, deren Zellen stark verdickte, poröse Steinzellen sind (Fig. 256 e). In dendünnwandigen Zellen der Nährschicht liegen grosse Stärkekörner, die aber nicht direktdem Insekt zur Nahrung dienen, sondern vorher (durch ein vom Thier abgesondertes Fer-ment ?) mit anderen Zellbestandtheilen eine Umwandlung erleiden, als deren Produkt haupt-sächlich Oel und Aleuron zu konstatiren ist. Daneben finden sich grosse, braune, von einerMembran umschlossene Gerbstoffkugeln (Fig. 256 g) und an den Zellwänden rundliche odertraubige, geschichtete, an Cystolithen erinnernde Wucherungen, die stark verholzt sind(Fig. 256 h).
Die letzteren, die mit Phloroglucin und Salzsäure leuchtend roth werden, sowie dieGerbstoffkugeln, die sich mit Eisenchlorid allmählich schwärzen, sind die am meistencharakteristischen Bestandtheile der Gallen und im Pulver mit Hilfe der genanntenBeagentien leicht aufzufinden.
Bestandtheile. Bis 70 Proc. Gallusgerbsäure (vergl. Acid. tannic. 8. 133),3 Proc. Gallussäure, 2 Proc. Ellagsäure, 3 Proc. Zucker, 2 Proc. Stärke, etwasflüchtiges Oel. Dunkel gefärbte, nicht vpm Insekt durchbohrte Gallen sind reicher anGerbsäure, als hellgefärbte, durchbohrte.