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Fungus.
Extractum Fumariae parviflorae aus dem Kraut der F. parviflora ebenso
im bereiten.
Rp. Extr. Fumariae parviflorae G,0
Aquae destillatae 120,0
Sirupi Rhamni cathartici 60,0.D. S. 3—4 EsslöMel täglich.
Fungus.
I. Fungus igniarius (Austr.). Fungus Chirurgorum (Genn.). Agarlcus s. Bole-tus Chirurgorum. Fungus igniarius praeparatus. Agaricus s. Boletus «. Fungusuuernus s. quercinus. — Feuerschwamm. Wundschwamm. Blutschwamra. Zunder.Zunderschwamm. — Agaric de Chene (Gall.). Amadou. — Surgeon's Agaric. Touch-wood. German tinder. Ist der Fruchtkörper des zu den Basidiomycetes — Autobasi-diomycetes — Polyporaceae gehörigen FomeS fotnentarillS (Polyporus fomen-tarius Fr.), der an Buchen und Birken im ganzen nördlichen und mittleren Europa vor-kommt.
Beschreibung. Der Fruchtkörper ist 30 cm und darüber breit, an der An-heftungsstelle bis 10 cm dick, fast dreieckig-hufförmig, mit breiter Seite aufsitzend, obengewölbt, hell mit koncentrischen Zonen, unterseits flach, das aus Röhren bestehendeHymenium zeigend. In der Jugend ist er grau, später mehr weisslich, das Hymenium istzimmtbraun. Die zwischen der dichten, nach oben gelegenen Bindenschicht und demHymenium gelegene, aus lockeren Hyphen bestehende Schicht findet Verwendung. Erkommt meist aus den Karpathenländern, Böhmen, Thüringen und Schweden in denHandel.
Zubereitung. Aus dem im August und September gesammelten Pilz wird mittelseines Messers die weichste, lockerste, sogenannte Zunderschicht herausgeschnitten, durchEinweichen in Wasser oder schwache Aschenlauge und durch Waschen gereinigt, getrocknetund durch Klopfen mit hölzernen Hämmern bearbeitet, bis sie die Beschaffenheit einesweichen Leders zeigt.
Für die Verwendung als Zunder tränkt man den so vorbereiteten Schwamm mitSalpeterlösung und trocknet ihn. Ein solcher Feuerschwamm wird von den Arzneibüchernverworfen, lässt sich aber im Nothfalle durch sorgfältiges Auswaschen mit Wasser, Aus-drücken und Trocknen zur Wundbehandlung verwendbar machen.
Guter Wundschwamm ist weich und dehnbar, verglimmt angezündet ohne Geräuschund ohne Funkensprühen und nimmt leicht und reichlich Wasser auf; wird letzteres ab-gepresst und eingedampft, so darf es nur einen geringen Bückstand hinterlassen.
Anwendung. Als blutstillendes Mittel bei Blutegelbissen und geringeren Ver-letzungen, doch heute durch Eisenchloridwatte so ziemlich verdrängt.
II. Fungus cervinus. Boletus cervinus. Tubera cervina. — Hirschbrunst.Hirschtrüffel. (Rinderpulver.)
Ist der Fruchtkörper des zu den Aseomycetes—Euasci— Elaphomycetaceae gehörigenElaphomyces granulatus Fries, der unter Kiefern und Fichten, seltener unter Buchenund Eichen wächst.
Beschreibung. Der Fruchtkörper ist von der Grösse einer Haselnuss bis Wal-nuss, fast kuglig, anfangs gelblich, später braungelb, nach dem Trocknen schwärzlich, aufder Oberfläche durch kleine Wärzchen rauh. Die dicke, harte Schale (Peridie) ist voneiner dunklen Sporenmasse erfüllt, die von einem zarten, flockigen Capillitium durchzogenwird. Die Sporen sind 35 /i gross, schwarzviolett, Btachlig. Von bitterem Geschmack undfrisch von unangenehmem Geruch.
Der Pilz wird von Landleuten noch häufig als Brunstmittel für Rinder und Schweineverlangt und den Thieren zu 50—60 g eingegeben. Man zerstösst ihn und verwendet nur