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Fornialdehyduni.
II. Formaldehyd in wässeriger Lösung. Formaldehydum solutum (Germ).
Formaliu. Formol. Methylaldehyd. Oxymethylen. Ameisenaldehyd. Ist einewässerige Auflösung des gasförmigen Formaldehyds, welche nach Germ, rund 35 Proc.CH,0 enthalten soll.
Darstellung. Dieselbe erfolgt durch Oxydation von Methylalkohol mittels Luftunter bestimmten Bedingungen. Zur Darstellung kleinerer Mengen leitet man ein Gemischron Methylalkoholdampf und Luft über eine erhitzte Kupferspirale. Der hierzu zu be-nutzende Apparat ist im Kommentar von Hager-Fischeb-H artwich, IL Aufl. S. 759abgebildet. — Im fabrikatorischen Betriebe gelangt meist das Verfahren von Trillat zurAnwendung!
Methylalkoholdampf wird durch feine Oeffnungen in ein weites kupfernes, einseitigoffenes Rohr geleitet, in welchem sich an einer ausgebauchten Stelle Koks- oder Ziegel-stücke befinden. Das andere Ende des kupfernen Rohres steht mit dem zum Auffangendes gebildeten Formaldehyds dienenden Recipienten in Verbindung. An letzterem wirkteine Saugvorrichtung, sodass eine zur Oxydation des Methylalkohols ausreichende MengeLuft zu dem offenen Ende des Kupferrohres eintritt, während der gebildete Aldehyd inden Recipienten gesaugt wird.
Die Oxydationsprodukte werden in Wasser aufgefangen. Aus der wässerigen Lösungwird der Methylalkohol durch Destillation entfernt. Koncentrirte Lösungen werdendurch Verdünnen mit Wasser, verdünntere durch Abdestilliren eines Theiles des Wassersauf den richtigen Gehalt gebracht, in der Technik schlägt man natürlich dünne Lösungenwieder zum Sättigen mit Formaldehyd vor.
Eigenschaften. Eine klare, farblose, infolge Verflüchtigung von gasförmigemFormaldehyd stechend riechende, wässerige Flüssigkeit. Dem Gehalt von etwa 35 Proc.Formaldehyd entspricht bei 15° C. ein specifisches Gewicht von 1,079 bis 1,081. Die reineFormaldehydlösung ist gegen Lackmus neutral, in der Regel aber reagirt das Handels-präparat infolge eines geringen Gehaltes an Ameisensäure schwach sauer. Die Bildungder Ameisensäure erfolgt durch Einwirkung des Luftsauerstoffes auf den Formaldehyd. MitWasser und mit Weingeist lässt sich die Formaldehydlösung in jedem Verhältnisse mischen,nicht aber mit Aether.
In chemischer Hinsicht zeigt der Formaldehyd alle Eigenschaften eines Aldehydes.Et ist additionsfähig, polymerisationsfähig und ein hervorragendes Reduktionsmittel, auchist seine Verbindungsfähigkeit mit zahlreichen Substanzen eine bemerkenswerthe.
Dampft man die wässerige Lösung auf dem Wasserbade ein, so entweicht ein Theildes Formaldehyds zusammen mit den Wasserdämpfen, im Rückstand verbleibt eine weisse,amorphe, in Wasser unlösliche Masse, Paraformaldehyd oder Trioxymethylen,(GH 2 0) 3 . Der Formaldehyd hat demnach sein Molekül verdreifacht. Erhitzt man denParaformaldehyd für sich oder mit Wasser auf 180—200° O, so geht er wieder in gewöhn-lichen Formaldehyd über: (CH 2 0) 3 = 3CH 2 0.
Löst man 0,1—0,2 g Silbernitrat in 10 cem Wasser, fügt 1—2 Tropfen Ammoniak-flüssigkeit, sowie 2—3 Tropfen Formaldehydlösung hinzu und mischt, ohne stark zuschütteln, so bleibt die Flüssigkeit zunächst unverändert. Allmählich aber scheidet sichein glänzender Silberbelag an der Glaswandung ab (Aldehyd-Silberspiegel) (Reduktion).
Fügt man zu 5 com FEHLiNQ'scher Lösung 5 Tropfen Formaldehydlösung, so trittzunächst keine Veränderung ein, beim Erwärmen jedoch oder nach längerem Stehenerfolgt Abscheidung von metallischem Kupfer. — In ähnlicher Weise werden Goldsalzereducirt.
Mit dem Ammoniak verbindet sich der Formaldehyd zu der einsäurigen Base Hexa-mcthylentetramin (CH 2 ) 0 N 4 .
Durch Kalkmilch wird der Formaldehyd in eine zuckerartige Verbindung, die sogFormose übergeführt, welche zum grössten Theile aus a-Akrose C 6 II 12 0 6 besteht. MitHydroxylamin verbindet er sich zu einem polymeren Formoxim (CH 4 = N-OH)n, mit saurem