Formaldehyduin.
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Soothing-Sirup der Mrs. Winslow in New-York. Ein mit Anis-, Fenchel- undKfimmeltinktur oder -spiritus versetzter Zuckersirup mit einem Morphingohalt von 0,1bis 0,2 Proc.
Oleum Foeniculi (Germ. Helv. Austr. Gall. U-St.). Fenchelöl. Essence deFenouil. Oil of Fennel.
Gewinnung. Durch Destillation der zerquetschten Fenchelfrtichte mit Wasser-dampf. Es gelangt meist mährischer oder Lützener Fenchel, zuweilen aber auch galizischerund rumänischer zur Verarbeitung. Die Ausbeute beträgt 4,5—6 Proc. Die anderenFenchelsorten wie der römische, macedonische Fenchel oder der wild wachsende Bitter-fenchel, geben Oele von anderen Eigenschaften und anderer Zusammensetzung.
Eigenachaßen, Prüfung. FaTblose oder gelbliche, nach Fenchel riechendeFlüssigkeit von einem anfangs bitteren, kampherartigen, hintennach süssen Geschmack.Spec. Gewicht 0,965—0,975 [nicht unter 0,960 Germ. Austr. U-St.] Drehungswinkel im100 mm-Rohre -f- 12 bis -f- 24° C. Beim langsamen Abkühlen scheidet es Krystalle vonAnethol ab und erstarrt bei stärkerer Kälte zu einer festen, von Oel durchtränkten Masse.Der nach der auf S. 315 beschriebenen Weise bestimmte Erstarrungspunkt liegt bei gutenOelen zwischen -\- 3 und -f- 6° C. Minderwerthige Fenchelöle scheiden erst bei nochniedrigerer Temperatur Krystalle ab und werden bisweilen im Kältegemisch überhauptnicht fest. Fenchelöl löst sich in gleichen Theilen Spiritus klar auf.
Bestandtheile. Der werthvollste Bestandteil ist das zu 50 bis 60 Proc. im Oeleenthaltene Anethol., C 10 H, 2 O (s. Seite 315). Charakteristisch für Fenchelöl ist ein bitterschmeckendes mit Kampher isomeres Keton C l0 H 18 O, das Fenchon. Es verhält sieb ähnlichwie Kampher und bildet diesem ähnliche Verbindungen. Sdp. 192—193° C. Spec. Gewicht0,9465 bei 19°C. Specifisches Drehungsvermögen [a] D = -f 72°C. Schmelzp. -f- 5 bis-f6° C.
Von Terpenen enthält das Fenchelöl Rechts-Pinen (Sdp. 157—160° C.) und Dipenten(Sdp. 175° C).
Anwendung. Fenchelöl wird wie Anisöl als Geschmackscorrigens und Carini-nativum, meist mit Zucker verrieben, verabreicht. Dosis 0,05—0,15 g = 2—6 Tropfen.
II. Indischer Fenchel stammt von FoeniClllum Panmorilim D. C, den man
aber auch als Varietät von I auffasst. Die Früchte sind 6—7 mm lang, die Oelgänge imQuerschnitt 0,1 mm lang und 0,03—0,04 mm breit. Der Geschmack ist süss und erinnertan Anis.
III. In Sicilien werden die scharf schmeckenden Früchte des FoeiliCUlutn piperi-tum Sweet benutzt.-
Formaldehydum.
Unter dem Namen Formaldehyd werden zur Zeit verschiedene, mit einander aller-dings nahe verwandte Substanzen zusammengeworfen. 1) Gasförmiger Formaldehyd CH 2 0,2) die wässerige Lösung des gasförmigen Fprmaldehyds, 3) das Polymerisationsprodukt desgasförmigen Formaldehyds, nämlich das Paraformaldehyd (CB^O).,.
I. Formaldehyd, wasserfreier, gasförmiger. ch. 2 o. Mol. Gew. = 30.
Dieser ist bei gewöhnlicher Temperatur ein stechend riechendes Gas, welches inWasser löslich ist. Durch Abkühlung mit einem Gemisch von fester Kohlensäure undAether wird das Gas zu flüssigem Formaldehyd verdichtet. Dieser bildet eine wasserhelle,leicht bewegliche Flüssigkeit, welche bei — 21° C. siedet. Sie ist nur hei starker Kältoim flüssigen Zustande zu bewahren. In einer Kältemischung von — 20° C. verwandelt siesich in eine feste, weisse Substanz, ein Polymeres des Formaldehyds (Keküx£).