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Datura.
Drusen von Kalkoxalat, in der Nähe der Gefässbündel auch Krystallsand. Für den Nach-weis der Blätter und für ihre Unterscheidung: von anderen Solanaceen blättern ist auf dieseOxalatdrusen und auf die warzigen Gliederhaare besonderes Gewicht zu legen (Fig. 236).Für die Untersuchung genügt es, um das Blatt durchsichtig zu machen, ein Stückchendesselben einige Stunden in koncentrirte Chloralhydratlösung (3 : 2 H.,0) zu legen.
Die frisch straffen Blätter welken sehr schnell. Der frisch widerliche Geruch ver-schwindet beim Trocknen.
liestandtlieile. Die Blätter enthalten ein Alkaloid, das man Daturin nannte,es ist nach Ladenbero identisch mit Hyoscyamin. Der Gehalt daran beträgt 0,308 bis0,370 Proc. Uebrigens sollen die Blätter von den verschiedenen Tbeilen der Pflanze, ausserder Wurzel, am wenigsten Alkaloid enthalten; am reichsten sind die Stengel. KultivirtePflanzen bleiben im Alkaloidgehalt hinter den wildwachsenden nicht zurück. — Asche17,4 Proc, sie ist reich an Kaliuinuitrat. Bestimmung des Alkaloidgehaltes wiebei Belladonna pag. 467.
Verwechslungen und Verfälschungen. Als solche werden aufgeführt: 1) DieBlätter von Chenopodium hybridum L.; sie sind ganz kahl, im Umriss fast gleich-schenklig dreieckig, der Blattstiel ist oberseits rinnig. Im Mesophyll enthält das Blattebenfalls Oxalatdrusen, die aber grösser wie die von Datura sind. 2) Die Blätter vonSolanum nigrum L., sie sind viel kleiner, gauzraudig oder buch-tig-stumpfgozähnt. 3) Unter der Droge sind 50 Proc. Blätter einerLactuca gefunden.
Einsammlung. Aufbewahrung. Der Stechapfel blühtzwar bis in den Oktober hinein, man sammelt die Blätter indessen,obwohl die Arzneibucher einfach „von der blühenden Pflanze" vor-schreiben, nur zur Zeit der ersten Blüthe, im Juni, trocknet imSchatten ohne künstliche Wärme, und bewahrt sie in Blech- oderGlasgefässen vorsichtig, vor Licht geschützt und (nach Austr.)nicht über ein Jahr auf. 8—9 Th. frische Blätter geben 1 Th.trockene. Aus 100 Th. der letzteren gewinnt man etwa 87 Th. mit-telfeines Pulver. Aus den frischen Blättern wird ein Extraktund eine Tinktur dargestellt.
Anwendung. Die Wirkung ist der der Belladonna ähnlich.Innerlich kaum noch angewendet — grösste Einzelgabe 0,2 (Germ., Helv.), 0,3 (Austr.),grösste Tagesgabe 1,0 — dienen die Blätter vielfach zu Räucheruiigen hei Asthma, indemman sie verglimmen lässt und die Dämpfe einathmet, oder in Form von Cigaretten, die in-dessen leicht Narkose erzeugen.
Die Droge ist dem freien Verkehr entzogen und darf, ausgenommen zum Rauchenoder Räuchern, nur gegen ärztliche Verordnung abgegeben werden. Unter der Bezeich-nung „Asthmakräuter" findet sie sich, gewöhnlich mit Salpeter getränkt, häufig imHandel; derartige Mittel sollten nur mit genauer Gebrauchsanweisung und unter Gift-signatur verabfolgt werden, denn es sind durch deren Anwendung Vergiftungen vorgekommen.b. Die Samen, f Semen Strnmonii (Ergänzb. Helv.). Strainonii seinen (Brit.U-St). — Stecliapfelsamen. Tollkörner. — Semence de strauioiue ou de Poiume-öpineuse (Gall.). — Stramonium seed.
Beschreibung. Die Frucht ist eine aufrechte, kurzgestielte, eiförmige, stachligeKapsel, deren Grund vom unteren Theil des Kelches wie von einer abwärts gerichteten Man-schette umgeben ist. Die Frucht öffnet sich vierklappig, lässt oben zwei Fächer, unten vierFächer erkennen, da die beiden Fächer durch falsche, vom Rücken der Carpelle entspringendeScheidewände noch einmal getheilt werden. Die Placenten sind von den Samen dicht bedeckt.Diese sind schwarzbraun (am Nabel helleT), flach, rundlich-nierenförmig, etwa 4 mm gross,unter der Lupe höckerig und fein punktirt. Innerhalb der kräftigen Samenschale enthältder Same ein Endosperm und den grossen gekrümmten Embryo mit langer Radicula undzwei flach aufeinander liegenden Cotylcdonen (Fig. 237).
Fig. 237. Same von DaturaStramonium im Längs-schnitt, schwach vergr.