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1 (1920)
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Boras.

Borax.

Borax (Brit. Germ. Helv.). Natrium boracicum (AustT.). Borate de soude (Gall.).Sodii Boras (U-St.). Natrium biboracicuin seu biborieum seu boricum. Natrium-subborat. Natriumbiborat. Pyroborsaures Natrium. Tetraborsaures Natrium.Bauracou. B 4 0,Na 2 +10 H a O. Mol. Gew. = 382.

Handelssorten. Man unterscheidet im Handel 1) den prismatischen Borax,-welcher als raffinirter Borax in den Preislisten aufgeführt wird und der officinelle Borax ist.Enthält 47 Proe. Krystallwasser. 2) Den oktaedrischen Borax mit 30,8 Proc. Krystall-wasser, welcher nur in der Technik Verwendung findet.

1. Borax, gewöhnlicher. Borax der Offlclnen. Prismatischer Borax.

Eigenschaften. Der raffinirte (officinelle oder prismatische) Borax bildet grossekrystallinische Salzstücke oder ziemlich grosse Prismen oder schiefe rhombische Säulen,farblos, durchscheinend, glänzend, ziemlich hart, auf dem Bruche flachmuschelig und glänzend.Spec. Gew. 1,7. Löslich in 17 Th. kaltem oder 0,5 Th. siedendem Wasser, auch in 4 bis5 Th. Glycerin, nicht löslich in Weingeist. Der Geschmack ist mild süsslich, kühlend,später laugenhaft. Die wässerige Lösung reagirt alkalisch und bräunt Curcumapapier.An trockener Luft verwittert er; erhitzt schmilzt er zunächst in seinem Krystallwasser,dann bläht er sich zu einer weissen, schwammigen Masse (Borax calcinatus seu ustus)auf, die schliesslich in einen farblosen Fluss übergeht und nach dem Erkalten ein farb-loses Glas darstellt (Boraxglas). Der geschmolzene Borax löst Metalloxyde unter Bildungvon Doppelsalzen auf und schützt wie ein Firniss die Metalle vor Oxydation. Man benutztihn daher in der Analyse zur Herstellung derBoraxperlen", ferner zum Löthen derMetalle. Borax hat die Eigenschaft, Schleime, z. B. diejenigen des arabischen Gummi unddes Salep zu verdicken und starr zu machen. Zusatz von Zucker hebt diese Eigenschaftauf. Er macht ferner Harze und harzartige Stoffe (z. B. Schellack) in Wasser löslich,verseift Fette, löst Eiweissstoffe, Harnsäure, Salicylsäure etc.). Lösungen des Borax inGlycerin zeigen gegen gewisse Indikatoren saure Reaktion (s. unten). Lösungen von Boraxmit Salicylsäure oder Natriumsalieylat schmecken bitter.

100 Th. Wasser lösen von dem krystallisirten Borax B^Na^-f- 10H a O nachPoggiale:bei 0° 10° 20° 30° 40° 50° 60° 70° 80° 90° 100° O.

2,83 4,65 7,88 11,9 17,9 27,41 40,43 57,85 76,19 119,7 201,4

Er färbt die nicht leuchtende Flamme gelb, nach dem Befeuchten mit Schwefelsäuregrün. TJebergiesst man 0,5 g Borax mit 23 cem verdünnter Schwefelsäure, 1020 comWeingeist und entzündet die Mischung, so zeigt die Weingeistflamme grüne Bänder.Die wässerige Lösung reagirt alkalisch. Bringt man die mit Salzsäure angesäuerte Lösungauf Curcumapapier, so färben sich die angefeuchteten Stellen, besonders beim Trocknen,rothbraun. Werden diese Stellen alsdann mit Ammoniakflüssigkeit betupft, so nehmensie blauschwaTze Färbung an.

Prüfung. 1) Die wässerige Lösung (1 = 50) werde weder durch Schwefelwasser-stoffwasser (Metalle, z. B. Cu, Pb, Zn), noch durch Ammoniumoxalat (Calcium) verändert.2) Beim TJebersättigen mit Salpetersäure brause"sie nicht auf (Natriumkarbonat); diesesalpetersaure Lösung werde weder durch Baryumnitrat (Schwefelsäure), noch durch Silber-nitrat (Chlor) mehr als opalisirend getrübt. 3) 50 cem der 2proc. Lösung werden, nachdem Ansäuern mit Salzsäure, durch Kaliumferrocyanidlösung nicht sofort gebläut (Spurenvon Eisen sind zuzulassen).

Bestimmung der Borsäure. Man bereite eine Lösung von 5,0 g Borax inWasser und fülle diese zu 250 cem auf. 50 cem dieser Lösung versetze man mit 3 bis4 Tropfen Dimethylamidoazobenzollösung und titrire mit '/a-Normal-Salzsäure bis zur ebeneintretenden nelkenrothen Färbung. 1 cem der »/^-Normal-Salzsäure zeigt 0,0955 g BoraxB 4 O,Na a -l-10H a O oder 0,062 g Borsäure B0 3 H 3 an. Zur Kontrole fügt man zu derobigen, mit Salzsäure auf Nelkenrotb titrirten Lösung einige Tropfen Phenolphthalein-