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1 (1920)
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Boldo.

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Man verwendet sie als Pulver zu 0,51,0 oder in Pillen, 34mal täglich. Im Dekokt5,010,0:150,0 dreimal täglich ein Esslöffel voll.

Verwechslung. Andere Arten, mit denen man sie verwechseln könnte, wiePhyllodromia germanica Westwood und Ectobia lapponica Serv. sind nur halbso gross, die in Europa selten vorkommende amerikanische Periplaneta americanawird bis 32 mm lang.

Tinctura Blattae orientalis. Liquor antihydropicus. Blattatinktur. Scha-bentinktur. Schabenpulver 1 Th. wird mit Weingeist (90 proc.) 5 Th. ausgezogen.

Schwabenpulver. Da diese Lichtscheuen Insekten sich mit Vorliebe in Küchen undWohnräumen in den Fugen der Herde und Oefen aufhalten, so sind zu ihrer Vertilgunggiftige Mittel selbstverständlich ausgeschlossen. Ganz besonders sollte vor der Anwendungdes gefährlichen Schweinfurter Grün (Kupferarseniat) gewarnt werden, wenn dasselbe zudiesem Zwecke in der Apotheke verlangt wird.

Man breitet Mischungen aus Borax und Weizenmehl, noch besser aus Borax undInsektenpulver, auf flachen Tellern aus und stellt diese auf; oder man formt daraus einenTeig und streicht denselben in die Fugen der Oefen. Benzin und Schwefelkohlenstoff sindihrer Feuergefährlichkeit wegen nur mit grosser Vorsicht anzuwenden.

Boldo.

PeiimUS BolcIllS Molina (gyn. Boldoa fra^rans Jussieu), Familie der Monl-niiaceae, heimisch auf trockenen, sonnigen Hügeln in Chile, liefert die BoldoMiitter,Folia Boldo seu Boldu, Folia boldoa, Folia Ruiziae fragrantis, Feuilles de Boldo

(Gall.).

Beschreibung. Sie sind 48 cm lang, gestielt, eiförmig, ganzrandig, am Randeumgerollt, dick, steif, sehr zerbrechlich, unterseits mit deutlich hervortretenden, oberseitsmit eingesunkenen Nerven, von zahlreichen Knötchen rauh, mit Büschelhaaren.

Die Epidermen beiderseits mit deutlicher Cuticula, unter der Epidermis der Ober-seite ein schleimführendes Hypoderm, darunter die Palissadenschicht, im Mesophyll grosseOelzellen. Spaltöffnungen nur auf der Unterseite.

Geruch und Geschmack kampferartig aromatisch.

JBestandtheile. 2 Proc. ätherisches Oel, vom spec. Gew. 0,9140,945, daszwischen 170 und 250° C. siedet, ein Alkaloid Boldin zu 0,1 Proc, ein Glykosid Boldo-glucin C 30 H 32 O 8 zu 0,3 Proc, ferner Zucker, Citronensäure, Gerbstoff, Gummi und10 Proc. Asche.

Anivendnng. Die seit 30 Jahren nach Europa gelangenden Blätter werden gegenLeberkrankheiten und Gallensteine, auch gegen Rheuma, Gonorrhoe und Dyspepsie empfohlen.Man giebt sie in weingeistigem Auszüge oder als Elixir in Gaben von 15 g. Das ausdem ätherischen Oele durch fraktionirte Destillation gewonnene Boldol wird zu 5 bis10 Tropfen mehrmals täglich bei Tripper empfohlen und soll frei von störenden Neben-wirkungen sein. In ihrer Heimath sind sie ein Küchengewürz.

Neben den Blättern verwendot man in Chile die gerbstoffreiche Rinde, die man fürwirksamer hält. Technisch dient sie zum Gerbon und Färben. Das Holz giebt eine ge-schätzte Kohle.

Aufbewahrung. In gut verschlossenen Gefässen vor Licht geschützt.

Tinctura Boldo. Teintnre on Alcoole de Boldo (Gall.). Aus grob gepulvertenBoldoblättern 1 Th. und Alkohol (80 proc.) 5 Th. durch 10 tägige Maceration zu bereiten.

Yinnni Boldo (Gall.), wie Vinum Colombo zu bereiten.

Oleum fOÜOrum Boldo. Boldoblätteiöl. Die trockenen Blätter des Boldo-baumes geben bei der Destillation circa 2 Proc. ätherisches Oel. Boldoblätteröl ist einearomatische, nach Cymol und schwach nach Pfefferminze riechende Flüssigkeit. Spec. Gew.0,9140,945. Das Oel siedet zwischen 170 und 250° C. und giebt mit Eisenchlorid einegrüne Färbung. Optisch ist es sehwach linksdrehend. Von den Bestandtheilen des Oelsist noch keiner isolirt und untersucht worden.

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