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Bismuti Phenolata.
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Eigenschaften. Weisses, specifisch schweres, nach Baldriansäure riechendes Pulver.Unlöslich in Wasser und in Weingeist, dagegen unter Ahscheidung öliger Tropfen leichtlöslich in Salpetersäure. Diese Lösung wird durch Zusatz von viel Wasser milchig getrübt.
Prüfung. 1) Die salpetersaure Lösung werde a) durch Baryumchlorid (Schwefel-säure), b) durch verdünnte Schwefelsäure (Blei), nicht verändert, e) durch Silbernitrat nuropalisirend getrübt. 2) Wird 1 g Wismutvalerianat mit Hilfe von Salpetersäure im Por-cellantiegel verascht (s. S. 495), so müssen 0,73—0,75 g Wismutoxyd hinterbleiben. 3) DeTerhaltene Glührückstand ist durch Auflösen in 3 ccm Stannochloridlösung auf Arsen zuprüfen (s. S. 490).
Anwendung. Zu 0,05—0,2 g mehrmals täglich in Pulvern, Pillen bei Neuralgieen,CaTdialgien, Epilepsie, Chorea.
Bismuti Phenolata.
Unter obigem Namen sollen einige Verbindungen des Wismuts mit Phenolen zu-sammengefasst werden. Dieselben werden seit Anfang 1893 durch Dr. v. IIeyden's Nachf.in Radebeul nach einem patentirten Verfahren dargestellt und zur therapeutischen Ver-wendung und zwar innerlich als Darmantiseptica, äusserlich als Jodoformersatz empfobleu.
Die Darstellung erfolgt am besten durch Einwirkung von Wismutchlorid oder Wis-mutnitrat auf Alkaliphenolate.
Bismuttim phenoiieum. Phenol-Wismut. Bi(OH) 2 (C 6 H 5 0). Grauweisses, neutralesPulver, fast ohne Geruch und Geschmack, unlöslich in Wasser und in Alkohol. DurchSalzsäure wird es in Wismutchlorid und Phenol gespalten. Salpetersäure wirkt gleichfallsspaltend, nebenbei bildet sie mit dem Phenol gelb gefärbte Nitroprodukte.
Innerlich als Darmantisepticum mehrmals täglich 1 g; äusserlich als Jodoformersats.
Bismutum meta-kresolicum. m-Kresol-Wismut. Grauweisses Pulver, dem vorigenin allen Punkten sehr ähnlich und wie dieses innerlich als Darmantisepticum, äusserlich alsJodoformersatz empfohlen.
Bismutum tribromphenolicum. Tribromphenol-Wismut. (Ergänzb.) Xeroform.Bi^Oj. OH. (OC fl H. 2 Br 3 ). Gelbliches Pulver, unlöslich in Wasser und in Alkohol, neutral,geruchlos, geschmacklos, enthält 57—61 Proc. B1 2 0 3 ; (theoretisch 58,6 Proc). Durch Salz-säure oder Salpetersäure wird unter Bildung von Wismutchlorid bezw. -nitrat Tribrom-phenol abgespalton. Wird 1 g des Pulvers mit 5 proc. Natronlauge gekocht, filtrirt unddas Filtrat mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, so entsteht ein weisser, käsiger Nieder-schlag, der nach dem Waschen und Trocknen bei 95° C. schmilzt (Tribromphenol). ZurPrüfung auf Arsen glüht man 1 g des Präparates im Porcellantiegel und löst don Glüh-rückstand in 3 ccm Stannochloridlösung auf (s. S. 490).
Innerlich in Gaben von 0,5—1 g (täglich 5—7 g) als Darmantiseptikum, äusserlichals Jodoformersatz. Nach Hueppb ist es bei Cholera ein werthvollos Mittel. (Berl. Win.Wochenschr. 1893. 162.)
Bismutum resorcinicum. Resorcin-Wismut. [(OaH^jljBy, -f- Bi,0 3 . Gelblich-braunes Pulver, beim Verbrennen etwa 40 Proc. Wismutoxyd hinterlassend. Bei akutemund chronischem Magenkatarrh und bei Gährungsprocessen im Magen.
Bismutum naphtholicum. /?-Naphthol-Wismut, Orphol. BL0 2 (OH) .(C, 0 H,O).Bräunliches, geruch- und geschmackloses, neutrales Pulver, in Wasser und in Alkohol istes unlöslich. Durch Salzsäure und Salpetersäure wird es unter Abscheidung von /3-Naph-thol zerlegt.
Innerlich als Darmantisepticum, äusserlich als Ersatz des Jodoforms. Schubenkound Blachstein haben bei Anwendung des Präparates (2 g pro die) bei Cholera gute Er-folge erzielt.
Bismutum pyrogallicum. Pyrogallol-Wismut, Helcosol. [C 6 H 3 (OH),OLBi. OH.Gelbes Pulver, geruchlos, geschmacklos, nicht ätzend, unlöslich in Wasser, löslich in Natron-lauge; diese Lösung ist braun und dunkelt infolge Absorption von Sauerstoff aus der Luftstark nach. Der Gehalt, an Wismutoxyd Bi 2 0 3 ist = 48 Proc.
Voraussichtlich als Antisepticum und in der Dermatologie.