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1 (1920)
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445
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Balsamum Copaivae.

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Prüfung und Verfälschungen. Die vorgeschlagenen Methoden zur Prüfunghaben sämmtlich Widerspruch erfahren. Einmal mag der Balsam hei der Verschiedenheitder ihn liefernden Pflanzen wirklich von etwas verschiedener Zusammensetzung sein, dannaber wird er auch schon im Produktionslande offenbar stark verfälscht, da solcher Balsamfür Zwecke der Technik immer noch verwendbar sein kann. Man verfälscht ihn mitConiferenharzen (Colophonium), Harzöl, Terpenthinöl, fetten Oelen undGurjunbalsam, vielleicht auch Paraffinöl. Für die Prüfung kommen zunächst dieunter Beschreibung angegebenen Momente in Betracht. Ferner ist Folgendes zubeachten:

1) Ist der Abdampfrückstand klebrig oder weich, so lässt das auf einen Zusatz fetterOele und Harze schliessen. 2) Lässt er reichlich Krystalle erkennen, so ist wahrschein-lich Gurjunbalsam zugesezt. Es ist nothwendig, den auf dem Objektträger zu ver-dampfenden Tropfen sorgfältig vor Staub zu schützen und den Rückstand mit demPolarisationsmikroskop zu untersuchen. Es ist darauf zu achten, ob beim Erhitzen Ge-ruch nach Terpentinöl etc. auftritt. 3) Ebenfalls liegt wahrscheinlich eine Ver-fälschung mit Gurjunbalsam vor, wenn der Balsam stark fluorescirt, wobei abernoch einmal darauf aufmerksam gemacht sei, dass auch sonst unverdächtiger Balsamin geringem Maasse fluoresciren kann. 4) 20 40 Tropfen werden mit 1 2 ccm16 proc. alkoholischer Natronlauge übergössen und einige Male aufgekocht. Die Mi-schung darf weder beim Abkühlen noch nach Zusatz von 2 Vol. Aether und Ab-kühlung auf 0° C. gallertige Ausscheidungen geben. Andernfalls fettes Oel. 5) 1 Vol.Balsam muss mit 3 Vol. 90 proc. Alkohol eine Mischung geben, die auch nach 1 Stundekeine Oeltröpfchen abscheidet. Andernfalls fettes Oel, ausser Eicinusöl. 6) 1 Th. Balsamwerde mit 5 Th. Wasser von 50° C. geschüttelt, die Mischung trenne sich nach dem Er-wärmen im Wasserbade in zwei scharf geschiedene, nicht zu trübe Schichten. Gurjun-balsam giebt eine Emulsion, Terpentinöl, Harzöl und Sassafrasöl geben stark trübe Schichten.7) 5 g Balsam und 50 g Liq. Ammon. caust. werden kräftig durchgeschüttelt. Es solleine dünnflüssige, milchige, nur trübe Flüssigkeit entstehen. Stellt man das Gemisch24 Stunden kalt, so soll es nicht ganz oder theilweise gelatiniren oder schleimig werden.Soll Kolophonium anzeigen. Dieser Methode ist vorgeworfen worden, dass es Kolopho-nium (amerikanisches) giebt, welches zu 2030 Proc. dem Balsam zugefügt, kein Gelati-niren hervorruft, andrerseits sollen Balsame existiren, die beim Zusatz von 30 Proc. Kolo-phonium noch keine Aenderung ihres Verhaltens gegen Liq. Ammon. caust. zeigen. Germ.sehreibt vor, die Probe nicht mit dem Balsam selbst, sondern mit dem von Oel befreitemHarz (1 : 5 NH 3 ) anzustellen, wogegen dieselben-Einwände erhoben worden sind. Die fol-genden Farbenreaktionen bezwecken den Nachweis von Gurjunbalsam: 8) 1 Th. Balsam wirdmit 20 Th. Schwefelkohlenstoff verdünnt und mit einigen Tropfen eines abgekühlten, frischbereiteten Gemisches von Schwefelsäure und Salpetersäure geschüttelt. Es soll sich keinerothe oder violette Farbe einstellen. Helv. verschärft diese Probe, indem sie sie mit denmittleren und letzten Fraktionen des abdestillirten Oeles anstellen lässt. 9) Einer Mischungvon 4 ccm Aether aceticus und 2 Tropfen Acid. sulfuric. werden 68 Tropfen Balsamzugefügt und geschüttelt, die Mischung darf innerhalb 15 Minuten nicht roth oder violettwerden. Setzt man dann eine kleine Menge Wasser hinzu, so soll kein rother Bodensatzentstehen. 10) 1 Vol. Balsam, 3 Vol. Alkohol (95 proc), 1 g Zinnchlorür werden biszur Lösung des letzteren gekocht. Es darf beim Kochen und nach l / s Stunde keine rosaoder rothviolette Färbung eintreten. 11) 4 Tropfen Balsam, gemischt mit 14 g Eisessigund 4 Tropfen Salpetersäure sollen nicht röthlich oder purpurn werden. (Brit.)

Wie schon angedeutet, dürfte niemals der Ausfall einer einzigen Reaktion berech-tigen, ein Urtheil über einen Balsam abzugeben. Bezüglich des speeifischen Gewichtesist noch zu bemerken, dass die untere Grenze der Germ, und Helv. für einen dickflüssigenMaracaibobalsam wohl zu aeeeptiren ist, dass indessen die obere Grenze anscheinend nochetwas hinaufgerückt werden kann bis etwa 0,99G.

Wichtig sind weiter folgende quantitative Bestimmungen.

Bestimmung der Säurezahl (Dieterich): Man löst 1 g Balsam in 200 ccm ab-solutem Alkohol und titrirt mit */ 2 N. alkoholischer Natronlauge unter Verwendung vonPhenolphtaleTn. Die verbrauchten KubikcentimeteT Lauge x 28 = Säurezahl. Grenzzahlen7585 für Maracaibo. 4060 für Para.

Bestimmung der Verseifungszahl: 1 g Balsam übergiesst man in einer Glas-stbpselflasche von 1 1 mit 20 ccm Va N - alkoholischer Kalilauge und 50 ccm Benzin (spec.Gew. hei 15° C. = 0,70), lässt 24 Stunden wohlverschlossen bei Zimmertemperatur stehenund titrirt nach Verdünnen mit Alkohol mit '/, N. Schwefelsäure und Phenolphthalein