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Balsamum Copaivae.
Den Kanadabalsam zum Einschliessen mikroskopischer Präparate verdünntman mit Chloroform bis zur dünnen Sirupskonsistenz.
Um Objekte, die Wasser enthalten (Pflanzentheile), in Kanadabalsam einzuschliessen, ent-wässert man dieselben, indem man sie, wenn sie sehr zart sind, nacheinander in 30, 50, 70,90 prc. und schliesslich in absoluten Alkohol überträgt, sie dann in Alkohol-Xylol (3 Xylol: 1 Al-kohol) bringt, in einem Exsikkator, der Xylol enthält, den Alkohol durch Diffusion grössten-theils entfernt und sie endlich in eine Lösung von Kanadabalsam in Xylol von dünnerSirupskonsistenz auf dem Objektträger bringt, worauf das Xylol allmählich verdunstet.
Gröbere Präparate (Rinden, Samen etc.) kann man direkt aus Wasser in absolutenAlkohol etc. übertragen.
Balsamum Copaivae.
Balsamum Copaivae (Germ. Helv. Austr.). Balsamum Copaibae. Balsamumbrasiliense. Copaivabalsam. Jesuiterbalsam. Baume de Copahu. Oleo-resine deCopahu (Gall.). Copaiba (U-St. Brit.). Balsam of Copaiba. Der in schizo-lysigenenSekretbehältern des Holzes und Markes enthaltene Harzsaft verschiedener zu den Caes-alpiniaceae — Cynometreae gehöriger südamerikanischer Bäume, nämlich:
Copaiba (Copaifera) Officinalis Jacq. in Guyana, Columbien und Venezuela,
Copaiba guyanensis (Desf.) 0. Ktze. u. Copaiba muitijuga (Hayne) 0. Ktze.im Amazonasgebiete, Copaiba confertiflora (Benth.) 0. Ktze. in Piauhy, Copaibacoriacea (Mart.) 0. Ktze. in Bahia, Copaiba Langsdorffi (Desf.) 0. Ktze. u.
Copaiba Oblongifblia (Mart.) 0. Ktze. Indessen ist nicht sicher, ob Balsam von allendiesen Arten in den Handel gelangt.
Man gewinnt den Balsam, indem man Löcher in den Baum bis in das Kernholzhaut, aus denen er dann in hineingesteckten blechernen Röhren ausfliesst. Ein Baum kannbis 48 1 liefern.
Sandeissorten. Der Balsam wird aus den Produktionsgebieten in die Städte undHäfen gebracht und meist nach diesen benannt. Man unterscheidet im Handel: ausVenezuela: Maracaibo, Maturin und Angostura, aus Columbia: Cartagena,aus Brasilien: Bahia und Para. Von diesen ist der dickflüssige Maracaibobalsamgegenwärtig bevorzugt.
Beschreibung. Eine klare, gelbe bis gelbbräunliche, dickliche Flüssigkeit, diegar nicht oder nur ganz schwach fluorescirt, die eigenthümlich gewürzhaft riecht undunangenehm bitter, hintennach scharf und brennend schmeckt. Spec. Gew. 0,96—0,99(Germ.), mindestens 0,96 (Helv.), 0,94—0,99 (Austr. U-St.), 0,916—0,993 (Brit). Refrakto-meterzahl für Maracaibo 1,514, für Para 1,505, Drehung (Rohr 100 mm) Maracaibo+ 25° 20', Para - 13° 40'.
Löslich in Aether, Terpentinöl, Chloroform, Benzol, in Essigäther, Petroläther,Amylalkohol, Schwefelkohlenstoff und absolutem Alkohol meist ebenfalls klar löslich. Aufdem Wasserbade bis zur Entfernung des ätherischen Oeles erwärmt (wozu mehrere Tagenöthig sind), resultirt ein hartes, sprödes, durchsichtiges, glänzendes Harz, das unter demMikroskop keine Krystalle erkennen lässt.
Bestandtheile. Der Balsam ist eine Auflösung von Harz in ätherischem Oel.Der Gehalt an letzterem schwankt von 18—87 Proc. (vgl. besonderen Artikel). Die An-gaben über das Harz weichen nach den untersuchten Sorten recht erheblich von einanderab. Jedenfalls geht aus den unter Prüfung mitgetheilten Zahlen hervor, dass dasselbenur zum geringsten Theil aus Estern, vielmehr vorwiegend aus Säuren besteht. Es wirdbeschrieben eine Copaivasäure 0 12 H 32 0 2 , aus Parabalsam eine OxycopaivasäureC a H 28 0 3 . H 2 0, aus Maracaibobalsam eine Metacopaivasäure C 22 H 34 0 4 , Schmelzpunkt'<205° C. Ferner enthält der Balsam einen bitterschmeckenden Stoff, der sich durch Aus-kochen mit Wasser gewinnen lässt.