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1 (1920)
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8
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Acidum aceticum.

Acidum aceticum.

Essigsäure wird in der Pharmacie in folgenden Formen angewendet: I. Als kone.Essigsäure, II. verdünnte Essigsäure, HI. Essig, IV. Holzessig, V. Weinsteingeist.

I. KotlC. Essigsäure. Acidum aceticum (Helv., Genn.). Acidum aceticum con-centratum (Austr.). Acidum aceticum glaciale (Brit., U-St.). Acide acötique crystallisable(Gall.). Acetum glaciale. Essigsäure. Essigsäurehydrat. Eisessig CH C0 2 H = 60.

Die lOOprocentige Säure ist eine klare, farblose, stechend sauer riechende und ätzend sauerschmeckende Flüssigkeit, unter 16°C. zu farblosen rhombischen Tafeln erstarrend, welchebei 16,7° wieder schmelzen. Siedep. 118°. Die Dämpfe sind leicht entzündlich und brennenmit bläulicher Flamme. Spec. Gewicht 1.0553 bei 15°.C. Mit Wasser, Alkohol, Aether, Gly-cerin in jedem Verhältniss mischbar. Beim Verdünnen der Säure mit Wasser steigt dasspec. Gewicht zunächst in Folge Bildung von Hydraten, dann fällt es wieder. Das spec.Gewicht von 1,066 entspricht z. B. einer Säure von 95, aber auch einer solchen von 56 Proc.Daher giebt das spec. Gewicht keinen sicheren Anhalt über den Säuregehalt. Die Essigsäureder Pharmakopoen und des Handels enthält 9699 Proc. C,H 4 0, und 41 Proc. Wasser.

Austr. Brit. Gall. Germ. Helvet. Ü-St.

Spec. Gew. 1,060 1,058 1,063 1,064> 1,064> 1,058>

Essigsäuregehalt/, >96 ca. 99 99 96 96 99

Siedepunkt 116117« 120° ca. 117° ca. 117" 117118'

Gutes Lösungsmittel für Harze, äther. Oele, Hörn u. dgl., besonders in der Wärme.

Darstellung. Fabrikmässig durch Destillation von 100 Th. völlig (!) entwässertemNatriumacetat mit 80 Th. englischer und 30 Th. rauchender Schwefelsäure. Das Destillatwird zur Oxydation der schwefligen Säure und Zerstörung der organischen Substanz sowieBindung etwaiger Chlorwasserstoffsäure mit 1 Th. gepulvertem Kaliumdichromat, 4 Th.entwässertem Natriumacetat 48 Stunden macerirt, dann decanthirt und rektiflcirt. Diezuerst übergehenden wasserhaltigen Portionen (5 Th.) werden gesondert aufgefangen. Aus-beute etwa 70 Th. CH, CO, Na -f H, S0 4 = Na HS0 4 -f CH 3 CO, H.

Aufbewahrung. Nur die Austr. schreibt die Aufbewahrung unter den Separan-den vor.

Abgabe. Da Eisessig nur zu wenigen technischen Zwecken (Photographie, Chemie)verwendet wird, so überzeuge man sich, dass der Käufer auch wirklichEisessig" habenwill. Wenn im Handverkauf schlechthinEssigsäure" als Arzneimittel verlarjgt wird, sogebe man Acidum aceticum dilutum.

Prüfung. 1) Völlige Flüchtigkeit beim Erhitzen von 35 ccm der Säure im Platin-Bchälchen. Man beachte hierbei, dass die Dämpfe entzündlieh sind und die Schleimhäutestark reizen. 2) Die mit dem 10 fachen Volumen Wasser verdünnte Säure werde wederdurch Silbernitrat (Chlor) noch durch Baryumnitrat (Schwefelsäure) getrübt. 3) Mit Kalium-permanganat bis zur deutlichen Bothfärbung versetzt, entfärbe sie dieses innerhalb 5 Mi-nuten nicht (Empyreuma und Aldehyde z. B. Furfurol). 4) Sie sei indifferent gegenSchwefelwasserstoff (Metalle, besonders Blei, Kupfer, Zink). 5) Mit Baryumchlorid entsteheweder direkt (Schwefelsäure) noch nach Zusatz von Chlorwasser (schweflige Säure) einNiederschlag. 6) Die mit gleichem Vol. konc. Schwefelsäure gemischte Essigsäure entfärbeIndigolösung nicht (Salpetersäure). Gehaltsbestimmung durch Titriren gewogener Mengen

NaOHvon Säure mit Normalnatronlauge oder Kalilauge und Phenolphtalein. 1 ccm -------= 0,06 g

Essigsäure CH 3 C0 2 H. n

Reaktionen. 1) Beim Erwärmen von Essigsäure mit Alkohol und konc. Schwefel-säure tritt der Geruch des Essigäthers auf. 2) Beim starken Glühen der innigen Mischungeines essigsauren Alkalisalzes (Na) mit gepulverter arseniger Säure tritt der widerlicheKakodylgeruch auf.

Anwendung. Wirkt im konc. Zustande auf Schleimhaut und Haut ätzend, in ver-dünntem reizend. Innerlich wird die concentrirte Säure kaum angewendet, die innere