Acetonum.
rektificirt. — Ganz reine Präparate werden auf dem Umwege über das Aceton-Natrium-bisulfit dargestellt. Man lässt das Aceton mit Natriumbisulfit krystallisiren, destillirt dieBisulfit-Verbindung mit Säuren odeT Alkalien und rektificirt daa Destillat über Calcium-chlorid. — Die Handelswaare wird bei der trockenen Destillation des Holzes gewonnen(8. Alcohol methylicns).
Eigenschaften. Klare, farblose, leicht bewegliche, neutrale Flüssigkeit, leicht ent-zündlich und mit leuchtender Flamme verbrennend, ätherisch und pfefferminzartig riechendund schmeckend. Mit Wasser, Alkohol und Aether in jedem Verhältniss mischbar. Spec.Gew. 0,808 bei 15° C. Siedep. 56° C. Ausgezeichnetes Lösungsmittel für Fette, Harze,Kautschuk, Kampfer, Celluloid etc. Das Acetonum purum der Preislisten enthält stetsetwas Methylalkohol. Es siedet bei 56—58° C. Das spec. Gew. ist 0,80—0,81 (Ergänzb.),doch genügt dieses Präparat für alle pharmaceutische Zwecke. Völlig rein ist nur das ausdei Bisulfitverbindung dargestellte Aceton.
Reaktionen. 1) Beim Versetzen mit Kalilauge und Jod entsteht Jodoform. Istauf Gegenwart von Alkohol Rücksicht zu nehmen, so fügt man eine Lösung von Jod inAminoniumjodid und an Stelle von Kalilauge Ammoniak hinzu (Günnino). 2) Fügt manzu einer Acetonlösung einige Tropfen frischbereiteter Natriumnitroprussidlösung und etwasKalilauge, so tritt rothbraune Färbung auf. Nach dem Ansäuern mit Essigsäure geht siein Purpur- oder Violettfärbung (Legal) über.
Prüfung. 1) In Betracht kommen: Reaktion, sjpec. Gew. und Siedepunkt2) Trockenes Kaliumkarbonat oder Calciumchlorid, in das Aceton gebracht, darf nicht zer-fliessen (Wasser). 3) Mit Wasser sei es klar mischbar (Trübung = Empyreuma, auch Koh-lenwasserstoffe). 4) Schüttelt man 10 ccm Aceton mit 10 ccm Liquor Kalii acetici, so darfdie wässerige Schicht nicht mehr als 11 ccm betragen, Wasser, Methylalkohol, Aethylal-kohol). Ueber die Bestimmung s. unter Alcohol methylicus.
Anwendung. Früher innerlich gegen Tuberkulose, Gicht, Rheumatismus, auchals Wurmmittel. Einzelgabe 0,3—0,6; Tagesgabe 3,0 g. Aensserlich zu reizenden Ein-reibungen. Löst Schiessbaumwolle zu Aceton-Kollodium auf. Technisch zu Lacken,zur Darstellung von Jodoform und Sulfonal.
II. Hypnonum. Acetophenon. Pkenyl-Methylaceton. Phenj 1 -Methylketon.C,H 6 : CO : CH,. Durch trockene Destillation gleicher Molekulargewichte Calciumbenzoatund Calciumacetat oder durch Kochen von Benzol mit Acetylchlurid und Aluminiumchlorid.Die zwischen 190—205° siedenden Antheile werden rektificirt, die bei 195—200° über-gehende Fraktion wird abgekühlt. Die durch Absaugen gereinigten Krystalle sind erstarrtesAcetophenon.
Farblose oder gelbliche, ölartige Flüssigkeit nach Bittermandelöl nnd Jasminriechend. Siedep. 210°. Erstarrt bei -(-4° zu Krystallblättern, die bei 20° schmelzen. Spec.Gew. = 1,035. Fast unlöslich in Wasser, sehr leicht löslich in Alkohol, Aether, Chloro-form, Benzol und fetten Oelen, auch in 60 Th. Glycerin.
Zu 0,05—0,15 g pro dosi in fettem Oel gelöst als Schlafmittel, meist in Kapseln.III. Salacetolum. Acetolsalicylsiiure-Ester. C 6 H 1 (OH)C0 2 CII,COCH il . Vom Acetonleitet sich ein „Acetol" genannter Alkohol CH 3 COCH 2 OH ab, dessen Salicylsäure-Esterdas Salacetol ist. Nicht zu verwechseln mit „Salactol"; s. Hydrogenium peroxydatum.
Darstellung. Monochloraceton wird mit Natriumsalicylat erhitzt.
C 5 H 4 (OH)C0 2 JNäTci!CH s COCH 3 = NaCl -f C 6 H 1 (OH)C0 a CH ll COCH 8 .
Eigenschaften. Farblose, schwach bitterschmeckende Nadeln oder Schuppen, lös-lich in 2200 Th. Wasser oder 15 Th. Alkohol, 25 Th. Ricinusöl, 30 Th. Mandelöl.Schmelzp. 71°. Wird es mit Wasser geschüttelt, so giebt das Filtrat mit Eisenchlorid dieReaktion der Salicylsäure (Violettfärbung). Durch lprocentige Natronlauge wird es beimSchütteln (unter Verseifung) gelöst. Beim Ansäuern dieser Lösung fallt Salicylsäure aus.
■Anwendung. In Tagesgaben von 2—4 g an Stelle des Natriumsalicylats bei Ge-lenkrheumatismus; in Ricinusöl gelöst bei Sommerdiarrhoen.