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1 (1900)
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1268
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Gummi.

Abstammung. Acacia Senegal WilldenOW (syn.: Acacia Verek Guille-min et Perrottet), Familie der MimosaceaeAcacieae, ist ein kleiner, stachliger, 6 mhoher Baum oder Strauch mit 34 cm langen, doppelt gefiederten Blättern, bis 8 cmlangen Blüthenständen und blassgelben Blüthen. Heimisch in Senegambien, im Strom-gebiete des weissen Nil und des Atbara in Kordofan und südlich bis nach Deutsch-Ost-afrika gehend, vermuthlich auch in den zwischen Senegambien und dem Nil gelegenenLandern Innerafrikas. Wennschon nur diese Art als Stammpflanze von den Arznei-büchern fast ausschliesslich genannt wird, so ist es doch nicht zweifelhaft, dass auch dasGummi anderer Arten mitgesammelt wird. Es werden als solche genannt speciell in Ost-afrika: Acacia abyssinica Hochstetter, A. glaucophylla Steud., A. stenocarpaHöchst., A. fistula Schweinf., A. nilotica Del., A. Seyal Del., A. Ehren-bergiana Haync. Das Gummi bildet sich in der Rinde der Pflanzen durch Verschlei-mung und zwar zuerst der primären Membran, später der sekundären Verdickungsschichten.Wenn nach der Regenzeit trockene Winde wehen, so tritt das Gummi aus Rissen derRinde aus und trocknet zu knolligen oder wurmförmigen Stücken.

Beschreibung. Das ostafrikanische Gummi bildet rundliche, knollige, eiförmige,auch längliche und durch Zerspringen eckige Stücke von verschiedener Grösse undFarbe. Sie sind farblos, weisslich, gelblich bis braunroth und von verschiedenem Gradeder Durchsichtigkeit. Es bricht leicht in scharfkantige, muschlige, glasglänzende Stücke.Die ganzen Stücke sind meist von zahllosen Rissen durchsetzt. Beim Senegal-Gummitreten die Risse weniger hervor, die Stücke sind häufig wurmförmig gekrümmt, und wennauch das einzelne Stück farblos erscheint, in Masse etwas röthlicb. In der doppeltenGewichtsmenge Wasser soll es sich langsam aber vollständig zu einem klaren, meistensgelblichen, sauer reagirenden Schleim lösen. Mit Glycerin ist die wässerige Lösungmischbar. In Alkohol, Aether und Oelen ist es unlöslich, doch löst Alkohol von wenigerals 52 Proc. eine seinem Wassergehalt entsprechende Menge auf. Mit Bleizuckerlösungist der Schleim ohne Trübung mischbar, dagegen bewirkt Bleiessig noch in einer Ver-dünnung von 1 auf 10000 Wasser eine Trübung. Auf alkalische Kupferlösung wirktGummi bei 6070° C. nicht reducirend ein, scheidet aber nach dem Kochen eine geringeMenge Kupferoxydul ab. Spec. Gew. lufttrocken: 1,487, bei 100° G 1,525. Es dreht diePolarisationsebene links, doch kommt auch rechts drehendes, sowohl bei arabischem (Kor-dofan, Geddah, Suakin), wie bei Senegal-Gummi vor. Ausserdem findet sich rechtsdrehendesunter Mogadorgunimi und unter solchem aus Deutsch-Südwestafrika.

Bestandtheile. Es ist ein wechselndes Gemenge von wenigstens zwei Gummi-arten, einem rechts- und einem linksdrehenden. Das linksdrehende ist das Calcium salzder Arabinsäure C 89 Hi 42 0 74 . CaO. Asche 34 Proc.

Sorten. Bis zum Beginn der Wirren in Oberägypten wurde der pharmaceutischeBedarf fast ausschliesslich durch das in diesen Ländern gesammelte Gummi gedeckt undnur dieses war von den Arzneibüchern zugelassen. Das hat sich seit dem fast völligenAufhören von Zufuhren aus jenen Gegenden geändert, und das Senegal-Gummi gilt demgenannten gegenüber fast überall als gleichwerthig. Seit einigen Jahren haben aberZufuhren wieder begonnen. Die im folgenden aufgeführten Sorten speciell des ost-afrikanischen Gummis sind einigermassen unbestimmt und wechselnd in ihrer Be-schaffenheit.

I. Gummi von Acacia Verok und verwandten Arten.In Wasser löslich. Den Forderungen der Pharmakopoen meist entsprechend.

a. Ostafrikanisches Gummi.

1. Kordofan-Gummi. Beste Sorte. Ziemlich selten. Der obigen Beschreibungentsprechend. Diesem ähnlich das Berkam-Gummi.

2. Gozireh-Gummi, kommt über Kassala und Massaua in den Handel. Kleinewenig gelblich. Ebenfalls ziemlich selten. Schleim etwas woniger konsistent wie 1.

gesammelt.

Körner

3. SennaarBlassgelb.

Gummi. Zwischen Sennaar und dem Rothen Meere