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1 (1900)
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Granatum.

Fig. 276. Korkzellen ausCortex Granati.

Fig. 277. Steinzellen aus Cortex Granati.

verdicktem Grunde und kopfiger Narbe. Frucht eine vom Kelch gekrönte Beere mit zahl-reichen Samen, die äussere Schicht der Testa saftig, pulpö's, durchsichtig. Embryo mitspiralig um einander gerollten Kotyledonen.

Verwendung findet die Rinde der Wurzel und der Zweige.Cortex Granati (Germ. Helv. Austr.). Granati Cortex (Brit.). Granatum (U-St.).— Granatrinde. Bandwnrmrinde. — Ecorce de grenadier (Gall.). — Pomegranatebark.

Nach den genannten Arzneibüchern ist Wurzel-, Stamm- und Astrinde zulässig,nach Gall. indessen nur die Wurzelrinde. Helv. lässt den Vorrath jährlich erneuern.

Beschreibung. Bis 10 cm lange, unregelmässig eingerollte oder rinnenförmige,oft verbogene Stücke, die bis 3 mm dick sind. Sie bricht glatt, ist im Innern gelblich,

höchstens nach aussen et-was grau oder braun. DieWurzelrinde ist durch früh-zeitig entstehende Schuppen-borke ausgezeichnet. Aufder Zweigrinde häufig Flech-ten. Nach dem Abschälendes Korkes kommt bei derZweigrinde häufig chloro-phyllführendes Gewebe zumVorschein. Geschmackherbe.Bei stärkerer Vergrösserung ist der Bau sehr charakteristisch: der Kork besteht aus dünn-wandigen und aus an der Innenwand verdickten Zellen (Fig. 276). In der primären Bindefallen grosse, etwas in der Richtung der Axe gestreckte Steinzellen auf, die auch inden äusseren Parthicn des Bastes vorkommen (Fig. 277). Dieser selbst besteht aus

1—2 Reihen breiten Markstrahlen und schmalen Bast-strahlen, in denen Schichten, die eine Oxalatdruseführen, mit solchen, die oxalatfrei sind und Sieb-röhren enthalten, abwechseln (Fig. 278). (Besondersbei schwächerer Vergrösserung tritt die Regelmässig-keit des Baues deutlich hervor.) Ausser den Drusenkommen auch, besonders in der Mittelrinde, Einzel-krystalle vor. — Im Pulver fallen die grossen Stein-zellen, die Oxalatdrusen und Stärkekörnchen desParenchyms, die 2—8 ,« gross, rundlich oder keulen-förmig und selten znsamni engesetzt sind, ferner dieEinzelkrystalle und die einseitig verdickten Korkzellenauf. — Ausserdem lässt sich in der Rinde mit Leich-tigkeit Gerbstoff mikrochemisch nachweisen.

üestandtheile. Die wirksamen Bestandtheilcsind einige Alkaloide: Pelletierin C 8 H 15 N0, flüssig,Siede-P. 195° C, spec. Gew. bei 0° C. 0,988, löslich inAlkohol, Aether, Chloroform, 20 Th. Wasser: es dreht rechts. Methylpelletierin C 9 H 17 NO,flüssig, Siede-P. 215°C, löslich in 25 Th. Wasser, in Alkohol, Aether, Chloroform. Pseudo-pelletierin C s H 15 NO . 2H 2 0, krystallinisch, Schmelz-P. 246°C., löslich in Wasser, Aether,Chloroform und Alkohol. Isopelletierin C s II 15 NO, von denselben Eigenschaften wie Pelle-tierin, aber optisch inaktiv. Das Pseudopelletierin (Granatonin) ist eine tertiäre Baseund wahrscheinlich ein Ketonamin. Hauptträger der Wirksamkeit soll das erste Alkaloidsein. Ferner enthält die Droge 20—28 Proc. Gerbsäure, die mit der Gallusgerbsäureidentisch ist. Nach anderen Angaben ist daneben noch ein zweiter Gerbstoff in der Drogevorhanden. Sonst liefert die Rinde Benzolextrakt 0,76 Proc, Aether-Extrakt0,30 Proc, Alkoholisches Extrakt 9,93 Proc, wässeriges Extrakt 12,35 Proc,

M B

Fig. 278. Querschnitt aus (Tom Bast von

Cortex Grauati. M Markstrahlen. B Bast-

strahlen.