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1 (1900)
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1184
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Fuligo.

Anwendung. Der Glanzruss war bei den alten Aerzten ein Excitans, Nervinumund Antispasticum. Man gab ihn bei allen innerlichen Leiden, äusserlich bei den ver-schiedensten Hautkrankheiten. Gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er als Surro-gat des damals noch theuren Kreosots verwendet. Gegenwärtig kann er als obsolet an-gesehen werden.

Puligokali simplex. 100,0 gepulverter Glanzruss und 20.0 Kalihydrat werdenmit 500,0 Wasser übergössen, zwei Stunden im Wasserbade erhitzt, dann filtrirt, eingedicktund auf porcellanenen Tellern ausgestrichen bei gelinder Wärme trocken gemacht. Es isthygroskopisch und muss daher in wohlverstopfter Flasche aufbewahrt werden.

Fuligokali sulfuratum. 15,0 Kalihydrat und 5,0 Schwefel werden mit 5,0 Wasserübergössen und unter Umrühren erhitzt, bis Vereinigung des Kalis mit dem Schwefel statt-gefunden hat. Dann werden 75.0 Puligokali simplex darunter gemischt und zur Trockneabgedampft. Die Aufbewahrung ist dieselbe wie beim Puligokali simplex.

Beide Puligokali werden äusserlich und innerlich bei Hautkrankheit gebraucht wiedas Anthrakokali (s. S. 626).

Spiritus Fuliginis Reuss war ein Produkt der trocknen Destillation aus demGlanzruss.

Tinctnra Fuliginis wird durch Digestion aus 1 Th. gepulvertem Glanzruss und5 Th. 45 procentigem Weingeist dargestellt.

Tinctnra Fuliginis Hoteland wurde aus 1 Th. Glanzruss und 8 Th. 80 procentigemWeingeist dargestellt.

Tinctura Pulig'inis Claudes. 6,0 gepulverter Glanzruss, 12,5 Kaliumkarbonat und2,5 Ammoniumchlorid werden mit 80,0 Wasser übergössen, im geschlossenen Gefäss zweiTage digerirt, öfters geschüttelt und nach dem Erkalten filtrirt. Die Kolatur betrage 100,0.

Täglich drei- bis viermal SO—60 Tropfen mit Wasser zu nehmen (gegen Podagra,Arthritis, Menstrualbeschwerdenl.

Aqua ophthalmica Benedietinorum.

Rp. Fuliginis splendeutis pulv. 5,0Florum Rosao concisorum 7,5Aquae Rosae 75,0

Aceti (6 Proc.) 30,0

Spiritus (90 Vol. Proc.) 7,5.

Man macerirt während 2 Tagen, kolirt und filtrirt.Die Kolatur betrage 100,0. Mit der zehnfachenMenge Wasser verdünnt bei skrophulöser Augen-entzündung.

Decoctum Fuliginis aluminatum Rognetta.ltp. 1. Fuliginis splendentis pulv. 50,0

2. Aquae 800,0

3. Alumiuis 20,0

4. Aquae q. s.

.Man kocbt 1 und 2. In der Kolatur löse man3 auf und fülle mit 4 zu 1 Liter auf. Zu In-jektionen bei Leukorrhoe.

Emplastruin Fuliginis Bernhardi.Rp. Cerati resinae Pini

Resinae Pini ää 10,0

Fuliginis splendentis pulv. 20,0.

Tinctura Fuliginis i'oetida.

Kp. Asae foetidae depuratae 5,0Tincturae Fuliginis 100,0.

Nach eintägiger Maceration zu filtrireu.

Ungueiitum anticarcinoniaticum Blaud.Rp. Fuliginis splendentis pulv.

Adipis suilli ää 20,0

Extracti Belladonnae 5.0.

/um Verbände der Krebsgeschwüre.

luguentum Fuliginis ulienylntum.

Rp Unguenti Fuliginis 100,0

Aoidi carboliei

1,0.

Unguentum Fuliginis splendentis.

Kp. Fuliginis splendentis pulv. 25,0Spiritus diluti (70 proc.) 5,0

Adipis suilli 85,0.

Man digerirt im Wasserbade während 1 Stundeund kolirt.

II. FuligO e taeda. Fuligo. Kienruss. Die bekannte, lockere, amorphe Kohle,welche früher in Gebirgsdö'rfern durch Verbrennung von Kienholz bei beschränktem Luft-zutritt und Auffangen des Hauches in besonderen Kammern dargestellt wurde. Gegen-wärtig stellt man den Kienruss in den sog. Russbrennereien fabrikmässig durch Verbrennenvon Theer, Theeröl und ähnlichen billigen Materialien dar. Um ihn von den beigemengtenKohlenwasserstoffen etc. zu befreien, wird er in eisernen Cylindern bei Luftabschlusswiederholt ausgeglüht und heisst dann Puligo usta, gebrannter Kienruss. — Mitdem vorher besprochenen Glanzruss ist dieser Kienruss nicht zu verwechseln.

Man benutzt ihn in der Pharmacic zum Dunkelfärben von Salben (Unguentum contrapediculos), zum Schwarzfärben von Haarwachs und Pomaden, in der Therapie zur Her-stellung der dermographischen Stifte (zum Schreiben auf die Haut). Die Anwendung inder Technik als Anstrichfarbe, zur Herstellung von Tusche, Stiefelwichse, Buchdrucker-schwärze und dergl. mehr ist eine sehr ausgedehnte.