m
496
Bismuti Phenolata.
Eigenschaften. Weisses, specifisch schweres, nach Baldriansäure riechendes Pulver.Unlöslich in Wasser und in Weingeist, dagegen unter Abscheidimg öliger Tropfen leichtlöslich in Salpetersäure. Diese Lösung wird durch Zusatz von viel Wasser milchig- getrübt.
Prüfung. 1) Die salpetersaure Lösung werde a) durch Baryumchlorid (Schwefel-säure), b) durch verdünnte Schwefelsäure (Blei), nicht verändert, c) durch Silbernitrat nuropalisirend getrübt. 2) Wird 1 g Wismutvalerianat mit Hilfe von Salpetersäure im Por-cellantiegel verascht (s. S. 495), so. müssen 0,73—0,75 g Wismutoxyd hinterbleiben. 3) Dererhaltene Glührückstand ist durch Auflösen in 3 ccm Stannochloridlösung auf Arsen zuprüfen (s. S. 490).
Anwendung. Zu 0,05—0,2 g mehrmals täglich in Pulvern, Pillen bei Neuralgieen,Cardialgien, Epilepsie, Chorea.
Bismuti Phenolata.
Unter obigem Namen sollen einige Verbindungen des Wismuts mit Phenolen zu-sammengefasst werden. Dieselben werden seit Anfang 1893 durch Dr. v. Heyden's Nachf.in Kadebeul nach einem patentirten Verfahren dargestellt und zur therapeutischen Ver-wendung und zwar innerlich als Darmantiseptica, äusserlich als Jodoformersatz empfohlen.
Die Darstellung erfolgt am besten durch Einwirkung von Wismutchlorid oder Wis-mutnitrat auf Alkaliphenolate.
Bismutum phenolicum. Phenol-Wismut. Bi(OH) 2 (C 6 H 6 0). Grauweisses, neutralesPulver, fast ohne Geruch und Geschmack, unlöslich in Wasser und in Alkohol. DurchSalzsäure wird es in Wismutchlorid und Phenol gespalten. Salpetersäure wirkt gleichfallsspaltend, nebenbei bildet sie mit dem Phenol golb gefärbte Nitroprodukte.
Innerlich als Darmantiseptieum mehrmals täglich 1 g; äitsserlich als Jodoformersatz.
Bismutum meta-kresolicum. m-Kresol-Wismut. Grauweisses Pulver, dem vorigenin allen Punkten sehr ähnlich und wie dieses innerlich als Darmantiseptieum, äusserlich alsJodoformersatz empfohlen.
Bismutum tribromphenolicum. Tribromphenol-Wismut. (Ergänzt).) Xeroform.Bi 3 0 2 . OH . (OC 6 H 2 Br 3 ). Gelbliches Pulver, unlöslich in Wasser und in Alkohol, neutral,geruchlos, geschmacklos, enthält 57—61 Proc. Bi 2 0 3 (theoretisch 58,6 Proc). Durch Salz-säure oder Salpetersäure wird unter Bildung von Wismutchlorid bezw. -nitrat Tribrom-phenol abgespalten. Wird 1 g des Pulvers mit 5 proc. Natronlauge gekocht, filtrirt unddas Filtrat mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, so entsteht ein weisser, käsiger Nieder-schlag, der nach dem Waschen und Trocknen bei 95° C. schmilzt (Tribromphenol). ZurPrüfung auf Arsen glüht man 1 g des Präparates im Porcellantiegel und löst den Glüh-rückstand in 3 ccm Stannochloridlösung auf (s. S. 490).
Innerlich in Gaben von 0,5—1 g (täglich 5—7 g) als Darmantiseptikum, äusserlichals Jodoformersatz. Nach Hueppe ist es bei Cholera ein werthvolles Mittel. (Berl. klin.Wochenscbr. 1893. 162.)
Bismutum resorcinicum. Resorcin-Wismut. [(C (i H. 4 0 2 ) 3 Bi 2 ] 3 -f- Bi.,0 3 . Gelblich-braunes Pulver, beim Verbrennen etwa 40 Proc. Wismutoxyd hinterlassend. Bei akutemund chronischem Magenkatarrh und bei Gährungsprocessen im Magen.
Bismutum naphtholicum. /?-Naphthol-Wismut, Orphol. Bi 2 0 2 (0H). (C 10 H 7 O).Bräunliches, geruch- und geschmackloses, neutrales Pulver, in Wasser und in Alkohol istes unlöslich. Durch Salzsäure und Salpetersäure wird es unter Abscheidung von /J-Naph-thol zerlegt.
Innerlich als Darmantiseptieum, äusserlich als Ersatz des Jodoforms. Schubeskound Blaohstein haben bei Anwendung des Präparates (2 g pro die) bei Cholera gute Er-folge erzielt.
Bismutum pyrogaliieum. Pyrogallol-Wismut, Helcosol. [C 0 H 3 (OH) 2 0]oBi. OH.Gelbes Pulver, geruchlos, geschmacklos, nicht ätzend, unlöslich in Wasser, löslich in Natron-lauge; diese Lösung ist braun und dunkelt infolge Absorption von Sauerstoff aus der Luftstark nach. Der Gehalt an Wismutoxyd Bi 2 0 3 ist = 48 Proc.
Voraussichtlich als Antisepticum und in der Dermatologie.