^^H
ßalsamum peruvianum.
451
Die Jahresproduktion wird auf 15000 — 30000 kg geschätzt. Man exportirt ihngegenwärtig in Blechkanistern von etwa 12 k Gewicht, die vorher zum Import vonMaschinenöl ans Birmingham dienten.
Eigenschaften. Eine braunrothe bis dunkelbraune (doch stets mit röthlichemFarbentone), in dünner Schicht klar durchsichtige Flüssigkeit von dicklich öliger Konsistenz,weht klebend, nicht fadenziehend, von saurer Reaktion. Der Geschmack ist anfänglichmilde, erwärmend, dann im Schlünde stark brennend, bitterlich gewürzhaft, nicht angenehm.Geruch sehr angenehm, an Vanille erinnernd. Setzt auch bei längerem Ruhen keineKrystalle ab. Das specinsche Gewicht wird wie folgt angegeben: Germ. 1,135—1,145,Hely. 1,135—1,150, Austr. 1,140—1,160, Brit. 1,137—1,150, TJ-St. 1,135—1,150.
Mit Wasserdärnpfen destillirt geringe Mengen (0,4 Proc.) eines Oeles (Zimmtsäure-benzylester und Benzoesäurebenzylester) liefernd.
Löslich in Chloroform, Essigätber, absolutem Alkohol. In 90 proc. Alkohol löslichz u 99,74 Proc, in Aether zu 93—97 Proc, in Benzol zu 94—98 Proc, in Petroläther zuWS—68 Proc, in Terpentinöl zu 85—89 Proc, in Schwefelkohlenstoff zu 86—88 Proc. (nachjJietehich). In fetten Oelen theilweise löslich, Bicinusöl nimmt er bis zu 15 Proc. ohneTrübung auf. In Wasser ist er fast unlöslich, indessen nimmt dasselbe beim Schütteln mit•lern Balsam den Geruch an und entzieht ihm Zimmtsäure.
SestaiuUheile. Der Perubalsam besteht aus einem flüssigen und einem festenLestandtheil, dem Harz. Der erstere, das Cinnamein, besteht vorwiegend aus Benzoe-S äure-Benzylester und zum geringeren Theil aus Zimmtsäure-Benzylester. Da-neben enthält es noch freie Zimmtsäure und Vanillin.
Der feste Bestandteil, das Harz, ist ebenfalls ein Ester, er liefert bei der Ver-seilung neben Zimmtsäure und Benzoesäure einen Harzalkohol, das Peruresino-tannol C 1S H, 0 0 5 .
Prüfungen und Verfälschungen. Die dunkle Farbe, die physikalische Be-schaffenheit, der hohe Preis, der geringe Umfang der Produktion laden förmlich zu Ver-fälschungen ein, die anscheinend schon im Produktionslande, dann aber auch in Europavorgenommen werden.
Die nachfolgenden Prüfungen, besonders die qualitativen, haben sämmtlich Wider-spruch gefunden, und es darf das Urtheil nie auf den Ausfall einer einzigen Probe ba-sirt werden.
1) Specifisches Gewicht: Dasselbe wird zweckmässig in einem Pyknometer oderln einem 10 g-Gläschen, dessen Stopfen am besten mit einer Längsrille versehen ist, er-mittelt. Es ist auf 1,135—1,155 festzusetzen und besonders die untere Grenze genau fest-zuhalten. Thatsache ist, dass Perubalsam früher (z. B. Pharm. Germ. I 1,15—1,16) einhöheres specifisches Gewicht hatte, da keine Veranlassung vorliegt, anzunehmen, dass erirüher in höherem Maasse als gegenwärtig verfälscht wurde. (Caesae und Loketz setzenals Durchschnitt fest 1,140—1,145.) Die meisten Verfälschungsmittel setzen es herab, Tolu-oalsam und Benzoe erhöhen es.
2) 10 Tropfen Balsam mit 20 Tropfen koncentrirter Schwefelsäure zusammen-gerieben, nach einigen Minuten mit kaltem Wasser übergössen, werden auf der Oberflächeviolett und nach dem Auskneten mit kaltem Wasser bröcklig. Soll fettes Oel anzeigen,wlt als wenig empfindlich und deshalb unzuverlässig.
3) 2 Th. Balsam werden im Wasserbade mit 1 Th. Kalkhydrat zusamrnengerieben.Die Mischung darf keinen Fettgeruch abgeben und nicht zerreiblich oder wohl gar krüm-lig werden. Es ist von verschiedenen Seiten behauptet, dass sicher gute Balsame oft dieProbe nicht aushalten, also krümlig werden. Es ist nothwendig, die Mischung bis zurdefinitiven Beurtheilung mehrere Tage (Helv. 8—10 Tage) stehen zu lassen. Ein ge-ringer Alkoholzusatz (2 Tropfen auf 1 g Balsam) soll das Erstarren beschleunigen. NachSchacht (1895) wurde Balsam mit 10 Proc. Styrax, Kolophonium, Kopaivaharz, Siam-oenzoe sofort hart, blieb aber mit 10 Proc. Gurjunbalsam, Tolubalsam und Tacamahacamehr oder weniger weich. Nur zur Erkennung grober Verfälschungen geeignet.
4) 5 Tropfen Balsam mit 3 cem Ammoniakflüssigkeit geschüttelt, sollen eineWenig schäumende Flüssigkeit geben, der Schaum muss bald verschwinden, die Flüssigkeitsoll nach 12—24 Stunden nicht gelatiniren. Man nimmt die Probe in einem Reagir-cylinder vor. Soll zum Nachweis von Koniferenharzen dienen (Vergl. die entsprechendeProbe bei Bals. Copaivae).
29*