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1 (1900)
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Asphaltum.

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niinösen Geruch und verbrennt mit stark rauchender Flamme. In Wasser sowie in Säurenund in Alkalien ist er unlöslich. Alkohol löst etwa 5 Proc. einer öligen Substanz aus demAsphalt heraus, Aether löst etwa 75 Proc. des Asphalts. Dagegen ist er leicht löslich inTerpentinöl, Petroleum, Schwefelkohlenstoff, Chloroform. Beim Erhitzen mit konc. Schwefel-säure entweicht schweflige Säure. Fein gerieben stellt er ein braunes Pulver dar (Braun-nnd Steinkohlenpech geben ein schwarzes Pulver). Er schmilzt bei etwa 135° C. undHefert bei höherem Erhitzen rund 65 Proc. eines flüchtigen Oeles (Oleum Asphalti aethe-reum), welches früher auchPetrolen" genannt wurde. Beim Verbrennen hinterlässt eretwa 1 Proc. Asche. Der Asphalt besteht im wesentlichen aus Kohlenwasserstoffen, viel-leicht mit kleinen Mengen Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff enthaltender Verbindungen.

Der amerikanische Asphalt steht dem syrischen nahe, indessen ist er wenigerwerthvoll, auch billiger als der syrische.

Anwendung. Früher zu Räuchcrungen gegen Rheumatismus, innerlich auch alskrampfstillendes Mittel angewendet. Gegenwärtig besonders zur Herstellung von Asphalt-Lacken, welche sowohl als Anstrichmittel, aber auch im photographischen Druck- und Aetz-verfahren Verwendung finden. Letzteres beruht darauf, dass belichteter Asphalt in ge-wissen Lösungsmitteln unlöslich wird. Von den Aegyptem alsMumia mineralis'-' zumEinbalsamiren verwendet.

Oleum Asphalti aethereuiii. Oleum Asphalti rectilicatum. Zur Bereitung des-selben werden 10 Th. Asphalt mit 15 Th. reinem, grobem und trocknem Sande zu einemPulver gemischt und aus einer gläsernen oder thönernen Retorte bis zur Trockne destillirt.Die zuerst übergehende wässrige Flüssigkeit wird beseitigt und das gesammelte Oel noch-mals einer Destillation (Rektifikation) unterworfen, so lange ein gelbliches Oel übergeht.Sobald Tropfen eines braunen Oeles auftreten, wird die Destillation abgebrochen. Aus-beute beträgt ca. 30 Proc. des Asphalts. Das Oel wird in kleinen Gefässen vor Lichtgeschützt aufbewahrt.

Ein hellgelbes, durch Einwirkung von Liebt und Luft sich braun färbendes Oel voneigeuthümlich brenzlichem Geruch. Es wurde früher zu 1015 Tropfen zwei- bis dreimaltäglich (in Kapseln) als Excitans bei Pbthisis, langwierigen Geschwüren, eiternden Pockengegeben. Aeusserlich bei Frostbeulen, Rheumatismus, entweder unvermischt oder mitOel und Fett gemischt.

Mumia. Mumia vera seil Aegjptiaca. Mumie. Verdankte hauptsächlich ihremAsphalt- oder Bitumengehalt (die alten Aegypter verwendeten Asphalt zum Einbalsamirender Todten) die Anwendung als Medikament. Sie wird noch hier und da in den Apothekengefordert. Die Mumie, welche man im Handel antrifft, ist meist nur eine Nachahmung, be-stellend aus harzartigen rothbraunen oder braunschwarzen Stücken, durchmischt mit einigengebräunten Knochenresten, kleinen Leinenstückchen. Man hält die Mumie in Stücken undgepulvert vorräthig. Sollte man einmal echte Mumie erhalten bezw. abgeben, so vergesseman nicht, diese auf einen Gehalt an Arsen, bezw. Arsensulfid zu prüfen!

Ein die Mumie ersetzendes Kunstprodukt ist ein durch Schmelzung bewirktes Ge-misch aus Asphaltpulver ca 100,0, Weihrauchpulver 40,0, Aloepulver 10,0, Kolophon undFichtenharz ää 20,0, braunem Ocker als feines Pulver 20,0.

Mumiiu. Mumienbraun. Extrait de Momie. Lasurfarbe für die Oelmalerei,ausserdem Volksheilmittel. Aegyptische Mumie in Pulverform wird mit Ammoniakflüssig-keit von 0,91 spec. Gew. ausgezogen. Das Filtrat wird auf dem Wasserbade zur Trockneverdampft.

II. Roh-Asphalte. Bergtheer. Hierunter versteht man Natur-Produkte, welcheaus Asphalt mit erheblichen Mengen mineralischer Beimengungen bestehen. Ein solcherAsphalt ist z. B. der von Trinidad, welcher im Mittel aus 45 Proc. Bitumen, 25 Proc.Wasser und 30 Proc. Mineral Stoffen besteht. Sind diese Sorten durch Ausschmelzen (meistan Ort und Stelle) von den gröberen Steinen und vom Wasser befreit worden, so führensie den NamenEpuree". Wird der Roh-Asphalt mit etwa 515 Proc. Paraffinöl zu-sammengeschmolzen, so führt dies Produkt den NamenGoudron".

III. Asphalt-Steine. Man versteht hierunter besonders Kalksteine oder Dolomit,welche mit Bitumen (wahrscheinlich auch aus Erdöl entstanden) getränkt sind. SoleheSteine kommen vor in Limmer bei Hannover, im Traversthal (Schweiz), namentlich abera uf Sieilicn. Der Bitiunengehalt beträgt 515 Proc. und darüber. Die Steine werdengemahlen, das Pulver wird durchGattieren" auf einen mittleren Gehalt von 10 Proc.