Arsenum.
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vermischt, so müssen 10 ecm 1 j w Normal-Jodlösung entfärbt werden. Auf weiteren Zusatzvon 0,1 ccm der Jodlösimg (=2 Tropfen) muss Blaufärbung auftreten. Hieraus berechnetsich nach S. 389, dass 100 ccm der FowLEK'schen Lösung 0.99—1,00 g arsenige SäureAs 2 0 3 enthalten sollen. — Man beachte, dass nach längerer Zeit der Aufbewahrung dasKaliumarsenit theilweise in Kaliumarseniat übergeht, und dass alsdann die mitgetheiltemaassanalytische Bestimmung zu niedrige Werthe giebt.
Anwendung. Die FowLEit'sche Lösung ist diejenige Form, in welcher die arsenigeSäure am häufigsten verwendet wird. Höchste Gaben: pro dosi 0,5 g. pro die 2,0 g(Austr. Germ. Helv.).
III. ff Acidum arseniciciim (Ergänzb.). Acide arsenique (Gall.). Arsensäure,irystaUisirte. Arsenic acid. As0 4 H 3 -)- Va^O. Mol. Gew. = 151.
Mit dem Namen „Arsensäure" wird sowohl das obige Hydrat als auch das Arsen-pentoxyd As s 0 6 bezeichnet, doch haben das Ergänzb. und die Gall. das Hydrat As0 4 H 3 -f-/aHjO aufgenommen.
Darstellung. Man übergiesst in einer Betörte oder einem langhalsigen Kolben100 Th. arsenige Säure in erbsengrossen Stücken mit 100 Th. Salpetersäure von 1,38 spec.Gew. und erwärmt langsam, bis Stickstoffoxyde nicht mehr entweichen. Die erhalteneLösung wird von den unverbrauchten Stücken abgegossen und zur Trockne verdampft.£*er Rückstand wird in wenig Wasser gelöst und zur Trockne verdampft. Alsdann löstman ihn nochmals in Wasser und prüft die Lösung auf arsenige Säure, indem man sie"ut Natronlauge neutralisirt und mit Kaliumdichromat versetzt. Es darf keine Grün-färbung eintreten. Ist arsenige Säure nicht mehr zugegen, so dampft man die LösungWiederholt mit Wasser ein (zur Verjagung der Salpetersäure) und trocknet sie entwedera uf dem Wasserbade ein, oder man bringt sie zur Sirupkonsistenz und lässt sie in derKälte krystallisiren.
Die konc. sirupdicke Lösung hat das spec. Gew. 2,5, die im Handel vorkommendeSl nipöse Arsensäure hat das spec. Gew. 2,0.
Eigenschaften. Aus der konc. Lösung scheidet sich die Arsensäure in Form rhom-bischer Tafeln oder Prismen der Formel As0 4 H 3 -j- '/jH^O ab. In der Begel aber kommts ie als weisse krümelige Masse oder als ein weisses grobes Pulver in den Handel, welcheWasser aus der Luft aufnehmen und zu sirupöser Säure zerfliessen. Sie schmilzt beimvorsichtigen Erhitzen im Probirrohrc bei etwa 100° C. Bei stärkerem Erhitzen (Both-gluth) zerfällt sie in Sauerstoff und arsenige Säure, welche beide flüchtig sind. BeiU0° C. wird sie wasserfrei und hat daun die Zusammensetzung As0 4 H 3 . Leicht löslichm Wasser, Alkohol, auch in Glycerin. Die wässerige Lösung besitzt metallischen Ge-schmack; sie entfärbt Kaliumpermanganat nicht. Sie wird von Schwefelwasserstoff nichtdirekt gefällt. Säuert man sie aber mit Salzsäure an und erwärmt sie, so erzeugt Schwefel-wasserstoff allmählich einen gelben Niederschlag, welcher je nach den eingehaltenen Be-dingungen aus Arsentrisulfid und Schwefel oder aus Arsenpen tasulfid besteht. — Aus dern eutralisirten Lösung fällt Silbernitrat rothbraunes Silberarseniat, Ag 3 As0 4 , welches so-wohl in Salpetersäure als auch in Ammoniak leicht löslich ist. Auf Kohle erhitzt, ver-breitet die Arsensäure Knoblauchgeruch; im MABSH'schen Apparate führt sie ebenso wieArsenigsäure zur Bildung von Arsenwasserstoff. Sie ist eine dreibasische Säure; dieSalze heissen Arseniate.
Mit Magnesia-Mixtur entsteht ein weisser krystallinischer Niederschlag von Ammo-üium-Magnesiumarseniat (arsensaure Ammoniak-Magnesia) As0 4 MgNH 4 ~\- H 2 0. Molybdän-säure erzeugt in Lösungen der Arsensäure einen gelben Niederschlag, welche dem von Phos-Phorsäure ähnlich ist.
Die Arsensäure selbst wird therapeutisch nicht, dagegen werden einige ihrer Salzetherapeutisch benutzt. Die Säure ist giftig und erzeugt, im konc. Zustande auf die Hautgebracht, Brandblasen.
Aufbewahrung. Vor Feuchtigkeit geschützt, sehr vorsichtig unter den Arseni-kalien.