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1 (1900)
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7
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Acetonum.

rektifieirt. Ganz reine Präparate werden auf dem Umwege über das Aceton -Natrium-bisulfit dargestellt. Man lässt das Aceton mit Natriumbisulfit krystallisiren, destillirt dieBisulfit-Verbindimg mit Säuren oder Alkalien und rektifieirt das Destillat über Calcium-chlorid. Die Handelswaare wird bei der trockenen Destillation des Holzes gewonnen(s. Alcohol methylicus).

Eigenschaften. Klare, farblose, leicbt bewegliche, neutrale Flüssigkeit, leicht ent-zündlich und mit leuchtender Flamme verbrennend, ätherisch und pfefferminzartig riechend"nd schmeckend. Mit Wasser, Alkohol und Aether in jedem Verhältniss mischbar. Spec.Gew. 0,808 bei 15° C. Siedep. 56° C. Ausgezeichnetes Lösungsmittel für Fette, Harze,Kautschuk, Kampfer, Celluloid etc. Das Acetonum purum der Preislisten enthält stetsetwas Methylalkohol. Es siedet bei 5658° C. Das spec. Gew. ist 0,800,81 (Ergänzb.),doch genügt dieses Präparat für alle pharmaceutisehe Zwecke. Völlig rein ist nur das ausder Bisulfitverbindung dargestellte Aceton.

Reaktionen. 1) Beim Versetzen mit Kalilauge und Jod entsteht Jodoform. Istauf Gegenwart von Alkohol Rücksicht zu nehmen, so fügt man eine Lösung von Jod inAmmoniumjodid und an Stelle von Kalilauge Ammoniak hinzu (Gunning). 2) Fügt manz u einer Acetonlösung einige Tropfen frischbereiteter Natriumnitroprussidlösung und etwasKalilauge, so tritt rothbraune Färbung auf. Nach dem Ansäuern mit Essigsäure geht siem Purpur- oder Violettfärbung (Legal) über.

Prüfung. 1) In Betracht kommen: Reaktion, spec. Gew. und Siedepunkt.^) Trockenes Kaliumkarbonat oder Calciumchlorid, in das Aceton gebracht, darf nicht zer-fliessen (Wasser). 3) Mit Wasser sei es klar mischbar (Trübung = Empyreuma, auch Koh-lenwasserstoffe). 4) Schüttelt man 10 ccm Aceton mit 10 ccm Liquor Kalii acetici, so darfdie wässerige Schicht nicht mehr als 11 ccm betragen, Wasser, Methylalkohol, Aethylal-kohol). Leber die Bestimmung s. unter Alcohol methylicus.

Anwendung. Früher innerlich gegen Tuberkulose, Gicht, Rheumatismus, auchals Wurmmittel. Einzelgabe 0,30,6; Tagesgabe 3,0 g. Aeusserlich zu reizenden Ein-reibungen. Löst Schiessbaumwolle zu Aceton-Kollodium auf. Technisch zu Lacken,zur Darstellung von Jodoform und Sulfonal.

II. Hypnonum. Acetophenon. Plienyl-Methylaceton. Phenyl-Methylketon.C 0 H rj : CO : CH 3 . Durch trockene Destillation gleicher Molekulargewichte Calciumbenzoatund Calciumacetat oder durch Kochen von Benzol mit Acetylchlorid und Aluminiumchlorid.Die zwischen 190205° siedenden Antheile werden rektifieirt, die bei 195200° über-gehende Fraktion wird abgekühlt. Die durch Absaugen gereinigten Krystalle sind erstarrtesAcetophenon.

Farblose oder gelbliche, ölartige Flüssigkeit nach Bittermandelöl und Jasmin"eehend. Siedep. 210°. Erstarrt, bei -(-4° zu Krystallblättern, die bei 20° schmelzen. Spec.Gew. = i ; 0S5. Fast unlöslich in Wasser, sehr leicht löslich in Alkohol, Aether, Chloro-form, Benzol und fetten Oelen, auch in 60 Th. Glycerin.

Zu 0,050,15 g pro dosi in fettem Oel gelöst als Schlafmittel, meist in Kapseln.III. Salacetollim. Acetolsalicylsäure-Ester. C 6 H 4 (OH)C0 2 CH 2 COCH,. Vom Acetonleitet sich einAcetol" genannter Alkohol CH 3 COCHOH ab, dessen Salicylsäure-Esterdas Salacetol ist. Nicht zu verwechseln mitSalactol"; s. Hydrogenium peroxydatum.

Darstellung. Monochloraceton wird mit Natriumsalicylat erhitzt.

0 6 H 4 (OH)C0 3 iNa+Cl : ;CH 2 COOH 3 = NaCl -}- C 6 H 4 (OH)C0 2 CH 2 COCH 3 .

Eigenschaften. Farblose, schwach bitterschmeckende Nadeln oder Schuppen, lös-lich i n 2 9 00 Th w agS e r oder 15 Th. Alkohol, 25 Th. Ricinusöl, 30 Th. Mandelöl,elwielzp. 71°. Wird es mit Wasser geschüttelt, so giebt das Filtrat mit Eisenchlorid dieeaktion der Salicylsäure (Violettfärbung). Durch lprocentige Natronlauge wird es beimc 'iütteln (unter Verseifung) gelöst. Beim Ansäuern dieser Lösung fällt Salicylsäure aus.

Anwendung. In Tagesgaben von 24 g an Stelle des Natriumsalicylats bei Ge-"J^rheumatismus; in Ricinusöl gelöst bei Sommerdiarrhöen.