Vorwort.
Die Pharmazie ist ein Gewerbe, welches eine praktische Betätigung in derApotheke findet. In dieser werden Arzneien zubereitet und verkauft. Für dierichtige Beschaffenheit, Reinheit und Unverfälschtheit der hierzu erforderlichenArzneimittel ist der Apotheker verantwortlich. Gesetzliche Bestimmungenregeln daher in allen zivilisierten Ländern seine Aufgaben und Pflichten. Umsie tibernehmen und tragen zu können, muß der Apotheker im Besitze hin-reichender praktischer Erfahrungen und gründlicher wissenschaftlicher Kennt-nisse auf dem Gebiete des Arzneimittelwesens sein.
Aber darüber hinaus greift der Beruf des Apothekers mehr als irgendeinanderer in die verschiedensten Wissens- und wissenschaftlichen Forschungs-gebiete hinüber.
Was von jeher zu den grundlegenden Kenntnissen des Pharmazeutengerechnet wurde, ist keineswegs entbehrlich geworden. Aber geradezu uner-läßlich ist es für ihn, sich eingehender mit den Fortschritten auf allen Grenz-gebieten der Pharmazie zu beschäftigen, die in der Neuzeit eine bedeutsameErweiterung erfahren haben.
Das trifft in besonderem Maße zu für die technische Chemie,deren Einfluß auf die Gestaltung der pharmazeutischen Praxis unverkennbar ist.
Seitdem die Laboratoriumstätigkeit des Apothekers eine mächtige Aus-wirkung in der Errichtung pharmazeutisch-chemischer Fabriken gefunden hat,welche das Gebiet der Erfindung neuer und Darstellung bekannter Arzneistoffenach fest umrissenen wissenschaftlichen Grundsätzen kunstvoll bearbeiten,haben sich die dem Pharmazeuten zufallenden Aufgaben der Prüfung und Wert-beurteilung der Arzneimittel erheblich vergrößert und verlangen tiefgründigeKenntnisse der Prüfenden.
Die Brücke von der Medizin zur Pharmazie, die Pharmakologie,hat zumal auch im Hinblick hierauf eine Bedeutung gewonnen, die es für denpraktischen Apotheker notwendig macht, tiefer in das Gebiet der Medizin ein-zudringen.. Es soll und muß seiner Berufsausübung eine gewisse Erkenntnisund Übersicht in den Dingen zugrunde liegen, die mit ihr so enge Berührungs-
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