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Die Aufgaben der heutigen wissenschaftlichen Pharmacie : Vortrag, geh. auf der Hauptversammlung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft im Hofmann-Haus zu Berlin am 14. Dezember 1901
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auch bleiben. Wir werden nicht irre gehen, wenn wir die Ursacheder misslichen Erwerbsverhältnisse und der Unzufriedenheit, welchevielfach in unserem Stande über die bestehenden Verhältnisse herrscht,zum grossen Teil auf die immer mehr überhandnehmende Konkurrenzseitens der in kaufmännischen Dingen besser bewanderten Drogistenund auf die Vernachlässigung der eigenen kommerziellen Ausbildungzurückführen. Es könnte einen befremdlichen Eindruck machen,wenn ich als Vertreter der wissenschaftlichen Pharmacie auf diesenPunkt so grosses Gewicht lege, aber auch hier muss die Erkenntnis,dass sich nur auf gesunder wirtschaftlicher Grundlage ein wissen-schaftliches Leben aufbauen kann, zu solchen Anschauungen führen.Denn, was hilft es, nur wissenschaftlich gebildete Apotheker heran-zuziehen, wenn sie den Anforderungen des täglichen Lebens nichtgewachsen sind und die Früchte ihres Fleisses nicht in gebührenderWeise ernten können? Wenn auch die Grundlagen der kaufmänni-schen Geschäftsführung während der praktischen Ausbildungszeiterlernt werden müssen, so wird es gewiss für das spätere Lebennicht ohne Nutzen sein, wenn der Apotheker während der Studien-zeit einige Vorlesungen über Bankwesen, Wechselrecht und ähnlicheThemata hört. Auch würde ich es mit Freuden begrüssen, wennsich ein tüchtiger Kaufmann bereit fände, den Studierenden Unter-richt in einfacher und doppelter Buchführung zu erteilen.

Sie sehen, welch' grosses Arbeitsgebiet bewältigt werden muss,und wie not es thut, dass die Studienzeit wenigstens um ein Semesterverlängert wird. Aber auch hier wollen wir uns auf realem Bodenbewegen und mit der Ausführung der als notwendig anerkanntenReformen nicht so lange warten, bis die Reichsregierung unserenWünschen bezüglich der Verlängerung der Studienzeit nachkommt.Wenn man die pharmaceutisehen Zeitschriften der letzten dreissigJahre durchblättert und sieht, wie viele hervorragende Fachgenossender Wissenschaft und Praxis sich unablässig bemüht haben, diemassgebenden Behörden von der Notwendigkeit eines solchenSchrittes zu überzeugen, und dass all' diese Reden, Aufsätze,Petitionen und Versammlungen bisher vergeblich waren, und wennman sich ferner erinnert, dass die Ärzte kürzlich eine neue Studien-und Prüfungsordnung erhielten, bei welcher nicht nur eine er-weiterte Ausbildungen den exakten Naturwissenschaften, sondernauch eine Verlängerung der Studienzeit vorgesehen wurde, somöchte man fast zweifeln, ob es in absehbarer Zeit zu einer Re-organisation des pharmaceutisehen Studiums kommen wird. UnsereAufgabe muss es daher sein, die jetzt vorgeschriebenen dreiStudiensemester möglichst auszunützen, und durch die sorgfältigeAufstellung eines Arbeitsplanes das zu erreichen, was in dieser