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kurzen Spanne Zeit zu erreichen ist. Obwohl es wünschenswertwäre, einiges über die Grundsätze zu sagen, nach denen besondersder praktische Unterricht zu erteilen ist, so darf ich doch Ihre Auf-merksamkeit nicht zu lange in Anspruch nehmen, und muss michdamit begnügen, nochmals auf die unbedingte Notwendigkeitbesonderer Institute für den specifisch pharmaceutisch-chemischen Unterricht hinzuweisen.
Die Bedeutung der pharniaceutisch-chemischen Institute für dieAusbildung der Apotheker, wie überhaupt für die gesamte wissen-schaftliche Pharmacie, ist von Th. Poleck, F. A. Flückiger,Ernst Schmidt u. A. so eingehend gewürdigt und sachlich be-gründet worden, dass sich kaum etwas Wesentliches hinzufügenlässt. Es kann das Studium der Schriften jener ausgezeichnetenLehrer allen denen nicht genug ans Herz gelegt werden, w r elchesich für diese Frage interessieren. Nichts spricht auch über-zeugender für die Notwendigkeit der Errichtung solcher Anstalten,als die Einmütigkeit, mit der alle Fachgenossen die Zweckmässig-keit derselben anerkennen. Wenn auch die Meinungen in Bezugauf die Art und den Umfang des Unterrichts in diesen Laboratorienauseinander gegangen sind, so haben doch niemals Zweifel darüberbestanden, dass der specifisch pharmaceutisch-chemische Unterrichtnicht in den allgemeinen chemischen Instituten, sondern in be-sonderen, eigens dazu eingerichteten Anstalten erfolgen muss, mögendiese pharmaceutisch-chemische Institute oder Laboratorien für an-gewandte Chemie heissen, um deren Besuch auch anderen Studie-renden zugänglich zu machen a ). Ferner kann man darüber geteilterAnsicht sein, ob die gesamte chemische Ausbildung der Pharmacie-studierenden in diese Institute zu verlegen ist, oder ob in ihnennur der specifisch pharmaceutisch-chemische Unterricht erteiltwerden soll. Die Entscheidung dieser Fragen wird sich nach denjeweiligen örtlichen Verhältnissen richten müssen. Jedenfalls mussmit Rücksicht auf die Forderungen, welche nach Inkrafttreten desneuen Deutschen Arzneibuches die sachgemässe Ausführung derArzneimittel-Untersuchungen an die praktischen Kenntnisse und dieGeschicklichkeit der Apotheker stellt, mindestens die Hälfte derStudienzeit zur Erwerbung derselben verwandt werden. Um denPharmaciestudierenden die Wichtigkeit dieses Unterrichtszweigesvor Augen zu führen und das Übergewicht, welches die reinanalytisch-chemische Ausbildung an vielen Hochschulen leider noch
1) Vergl. Albert Hilger, Eede beim Antritt des Prorektorats derKönigl. Bayerischen Friedrich-Alexanders-Universität Erlangen. Erlangen1887.