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solche Behauptungen nicht energisch genug protestieren. Mag auchein Teil der Pachgenossen mit den jetzigen Apothekenverhältnissennicht einverstanden sein und an Stelle der bestehenden verkäuf-lichen Rechte die Einführung der rein persönlichen Konzession oderder Niederlassungsfreiheit oder anderer Einrichtungen herbeiwünschen,diese Angriffe richten sich gegen den Apothekerstand als solchen,gleichviel, welche Organisation er besitzt. Sie treffen jeden, derden Apothekerberuf ergriffen hat, da, wie ich schon oben ausein-andersetzte, der Apothekerstand nur dann die ihm zukommendeStellung im socialen Leben einnehmen kann, wenn die anderenStände seine wissenschaftliche Bedeutung anerkennen.
Ich habe bereits bei andrer Gelegenheit dargelegt, dass es nichtdie Aufgabe der Vertreter der wissenschaftlichen Pharmacie an denHochschulen sein kann, in solchen Fragen das Wort zu ergreifen,bei denen es sich um die rein praktische Ausübung des Apotheker-berufes handelt, oder sich in den fachpolitischen Kämpfen der einenoder anderen Partei anzuschliessen. Obwohl sie mit wenigen Aus-nahmen aus dem Apothekerstande hervorgegangen sind, haben siedoch mehr oder weniger die Fühlung mit der Praxis verloren, umsich in dieser Beziehung ein massgebendes Urteil bilden zu können.Es ist vielmehr wünschenswert, dass sie als Lehrer der jüngerenFachgenossen über den Parteien stehen, damit diese ihnen ein unbe-schränktes Vertrauen entgegenbringen können. In solchen Fragenaber, welche die wissenschaftliche Qualifikation des ganzen Standesbetreffen — und nach meinem Dafürhalten gehören die Vertreterder wissenschaftlichen Pharmacie auch gleichzeitig zum Apotheker-stand und müssen sich, wenn sie ihre Aufgabe recht erfüllen wollen,als wirkliche Mitglieder dieses Standes fühlen — sind sie nicht nurberechtigt, sondern sogar verpflichtet, das Wort zu ergreifen.
Wie es die Aufgabe der reinen Naturwissenschaften ist, ohneRücksicht auf praktische Zwecke die Vorgänge in der Natur zu er-forschen, sollen die angewandten Naturwissenschaften bestimmteZiele verfolgen und anderen praktischen Wissenschaften, Künsten undGewerben als Hilfswissenschaften dienen. So stellt sich die Agri-kulturchemie in den Dienst des Ackerbaus und die technische Chemiein denjenigen des Bergbaus und der chemischen Grossindustrie, diephysiologische Chemie ist die Beraterin der Medizin und der Bio-logie und die pharmaceutische Chemie diejenige der praktischenPharmacie und angewandten Medizin. Es ist die Aufgabe dieserHilfswissenschaften, sich den jeweiligen Anforderungen der Praxisanzupassen, sie in ihren Bestrebungen zu unterstützen und ihr beiihrem Fortschreiten die Wege zu bahnen. Infolgedessen werdenauch die Ziele der pharmaceutischen Chemie, der pharmazeutischen
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