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Botanik, der Pharmakognosie und anderer Hilfswissenschaften, diewir sämtlich kurz unter dem Namen wissenschaftliche Pharmaciezusammenfassen wollen, wechseln, je nachdem die praktische Phar-macie oder die angewandte Medizin diese oder jene Wege einschlägt,und ich will versuchen, Ihnen in kurzen Zügen die Aufgaben derheutigen wissenschaftlichen Pharmacie mit besonderer Berück-sichtigung der gegenwärtigen socialen Lage des Apothekenwesensdarzulegen. Zuvor will ich aber nicht unterlassen, dem liebens-würdigen Vorsitzenden unserer Gesellschaft, Herrn Professor Dr.H. Thoms, meinen Dank dafür auszusprechen, dass ich Ihnen meineAnsichten an einer so bevorzugten Stelle mitteilen kann.
Die wissenschaftliche Pharmacie ist wie jede andere Wissen-schaft nur dann im stände, ihren 'Aufgaben in vollem Umfange ge-recht zu werden, wenn sie über die nötige Zahl von Arbeitskräftenverfügt, welche ihre Befriedigung in gediegenen Leistungen suchen,und wenn sie Unterstützung bei verwandten Wissenschaften findet.Leider lässt der heutige Zustand unserer Wissenschaft in beidenBeziehungen recht viel zu wünschen übrig. Wir müssen es täglicherleben, dass sich viele der jüngeren Fachgenossen und vielfach diebegabtesten nach beendigter Staatsprüfung anderen Berufszweigenzuwenden, sodass dadurch ihre Arbeitskraft unserem Stande ver-loren geht. Worauf dieser beklagenswerte Zustand thatsächlichzurückzuführen ist, darauf will ich hier nicht näher eingehen. Viel-leicht tragen die später zu erörternden Massnahmen ein wenig mitdazu bei, diesem Übelstande abzuhelfen. Ebenso bedauerlich istes, dass sich gegenwärtig so wenig Apotheker dem akademischenLehrberuf widmen können. Ich sage ausdrücklich „können", dennich bin überzeugt, dass es zahlreiche genügend befähigte Pharma-ccuten giebt, welche diese Laufbahn gern einschlagen würden, wennsie auch nur mit einiger Sicherheit darauf rechnen dürften, ein ähn-liches Äquivalent für ihre wissenschaftlichen Leistungen zu erhalten,wie die Vertreter der anderen Naturwissenschaften. Der Grund,welcher vielfach für den geringen Zugang der Apotheker zur aka-demischen Lehrthätigkeit angeführt wird und der darauf hinausläuft,dass die meisten Pharmaceuten wegen mangelnden Reifezeugnissesvon der Habilitation absehen müssten, kann ich nicht als stichhaltiganerkennen, da die Erfahrung gelehrt hat, dass derjenige, dem eswirklich ernstlich um einen solchen Schritt zu thun ist, diesen Be-fähigungsnachweis durch Privatstudium mit Leichtigkeit zu erlangenim stände ist. Die wahre Ursache ist vielmehr die, dass bei weitemnicht alle 25 Hochschulen Deutschlands, an welchen sich Kom-missionen für die pharmaceutische Staatsprüfung befinden, ordent-liche Lehrstühle für pharmaceutische Chemie besitzen, und dass die