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Die Aufgaben der heutigen wissenschaftlichen Pharmacie : Vortrag, geh. auf der Hauptversammlung der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft im Hofmann-Haus zu Berlin am 14. Dezember 1901
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der Bevölkerung teil nehmen, ist ein Stand um so grösseren Ver-lusten ausgesetzt, je mehr seine Existenz und seine gedeihlicheEntwicklung von der öffentlichen Meinung abhängen. Die Gründehierfür brauche ich Ihnen nicht näher auseinander zu setzen. Esgenügt, darauf hinzuweisen, dass der Apotheker meist nicht ledig-lich vom Verkauf derjenigen Medikamente leben kann, deren Ab-gabe ihm gesetzlich vorbehalten ist, sondern dass er auch auf denHandel mit solchen Arzneimitteln und anderen Präparaten angewiesenist, welche dem freien Verkehr überlassen sind. "Wenn man sich nichtscheut, die Apotheker öffentlich in Zeitungen und auf Anschlagsäulendes Wuchers beim Verkauf der vom Arzt verordneten Arznei-zubereitungen zu bezichtigen, deren Beurteilung dem Laien ganzfern liegt, so erschüttert man gleichzeitig das Vertrauen des grossenPublikums in die reelle Geschäftsführung der Apotheker derart, dasses eine Apotheke überhaupt nur dann betritt, wenn es direkt dazugezwungen ist. Wie kann nun der Apotheker jene verläumderischenAnschuldigungen als das kennzeichnen, was sie sind? Wie kanner sich gegen diese Schädigung seines Geschäftsbetriebes wehren?Was soll er darauf antworten, wenn ihm öffentlich vorgerechnetwird, dass er eine Arzneimischung, deren einzelne Bestandteile sichim Ankauf auf wenige Pfennige stellen, oft für eine Mark undnoch höher verkauft? Ein blosser Hinweis auf die vom Staate fest-gesetzte Arzneitaxe und auf die ebenfalls vom Staate sanktioniertenArbeitspreise, die meist den grössten Teil des Gesamtbetrages aus-machen, nützt in den Augen des grossen Publikums nicht viel. Da-durch wird im Gegenteil nur die Ansicht gefördert, dass der Apo-theker vom Staate in ungerechter Weise und zum Nachteil derärmeren Bevölkerung begünstigt werde. Es kann kein Zweifeldarüber bestehen, dass der Apotheker nur dann auf einewohlwollende und verständnisvolle Beurteilung seinerArbeitsleistungen rechnen kann, wenn seine fachwissen-schaftliche Ausbildung und die zur dauernden vom Staategesetzlich vorgeschriebenen Kontrolle der Arznei Vorrätenötigen Kenntnisse und der hierzu erforderliche Arbeits-aufwand gebührend anerkannt und gewürdigt werden.Mögen auch noch andere Umstände hierbei in Betracht kommen,dieser Paktor wird immer von ausschlaggebender Bedeutung bleiben.Ahnlich wie wir einem Rechtsanwalt für die einfache Ausstellungoder Beglaubigung einer Urkunde bereitwillig einen Betrag be-zahlen, welcher in keinem Verhältnis zu den thatsächlichen Aus-gaben für Tinte und Papier, oder, falls ein Schreiber das Schriftstückanfertigt, zu dessen Schreiblohn steht, muss auch der Apotheker eineangemessene Honorierung seiner Arbeitsleistungen verlangen können.

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