Vorwort.
In vielen freundlichen Zuschriften bin ich ersucht worden, nachder in meinem Handbuche über die Blätterpilze angewandtenund bewährt gefundenen Methode ein kleineres Taschenbuchherauszugeben, das auf Exkursionen wenigstens eine provisorischeBestimmung ermögliche, an Ort und Stelle eine Nachprüfung ge-statte, Gelegenheit gebe, Namen und Unterscheidungsmerkmaleins Gedächtnis zurückzurufen. Dieses Bedürfnis fühle ich fürmich selber und komme demselben durch mein Vademecum umso lieber entgegen, weil sich mir dabei Gelegenheit bietet, einigeArten der Blätterpilze nachzutragen, hie und da etwas zu er-gänzen, auch durch teilweise von meinem Handbuche abweichendeOrdnung die Bestimmung noch mehr zu erleichtern.
Da an eine Fortsetzung meines Handbuches zurzeit nicht ge-dacht werden kann, habe ich dem allg3meinen Notschrei nacheiner Neubearbeitung auch der übrigen Pilzfamilien dadurch inetwa Rechnung getragen, daß ich alle einigermaßen ansehnlichenPilzkörper (um diese handelt es sich ja besonders heute bei denmeisten Pilzfreunden) in das Vademecum aufgenommen habe.
Past die Hälfte unserer Blätterpilze ist in meinem Handbuche,,Blätterpilze Deutschlands und der angrenzenden Länder" (Leipzig1915 bei Theodor Weigel) zur Abbildung gelangt. Durch die aufden deutschen Pilznamen folgende eingeklammerte Zahl wird aufihre Nummer in meinem Handbuche hingewiesen. Für die übrigenPilzformen zitiere ich die von Künstlerhand hergestellten Bilderin „Gramberg, Pilze unserer Heimat" und „Michael, Führer fürPilzfreunde", die sich in den Händen der meisten Pilzfreundebefinden dürften. Da es auch bei selteneren Pilzen von Inter-esse ist zu wissen, bei welchem Autor man eine gute Abbildungfindet, zitiere ich für dieselben die wohl auf jeder größeren Bi-bliothek zur Verfügung stehenden Bilderwerke von Bresadola(„Fungi Tridentini" 1881-92), Fries („Icones selectae" 1807 — 84),Krombholz („Naturgetreue Abbildungen und Beschreibungen dereßbaren, schädlichen und verdächtigen Schwämme" 1S31—49),Schäff'er („Natürliche ausgewählte Abbildungen Bayerischer undPfälzischer Schwämme" 1762—70), Rostkov (4.-5. Bändchenvon Sturms „Deutschlands Flora", III. Abteilung 1838 — 44),auch „Die Schwämme" von Lenz.
Zu bedauern ist, daß sowohl Gramberg als Michael in ihrensonst so vortrefflichen Bildwerken die von Schröter neu auf-gebrachten, im Auslande kaum bekannten lateinischen Be-nennungen gewählt haben. Wenn wir nicht aus dem Kontakte