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VERATRUM Linn.
ßlüthen aktinomorph, durch Fehlschlag getrennt geschlechtlich, einhäusig. Perigon bleibend, breit-glockig bis radförmig, Zipfel 6, am Grund kurz verbunden, vielnervig. Staubgefässe 6, die letzteren amGrunde angeheftet, gleich lang; Fäden schmalpfriemlich, Beutel kurz, fast kugelförmig, nach dem Auf-springen flach ausgebreitet, der Inhalt der Theken zusammenfliessend. Fruchtknoten dreifächrig; die Frucht-blätter hängen nur am Grunde zusammen; Samenanlagen zahlreich, anatrop im Binnenwinkel zweireihighorizontal befestigt; Griffel kurz nach aussen gebogen, auf der Innenseite papillös. Kapsel in die 3 Frucht-blätter zerfallend, welche innen längs aufspringen. Samen oblong oder lanzettlich, stark zusammengedrückt,breit geflügelt; der kleine Keimling in fleischigem Nährgewerbe. — Ausdauernde Stauden mit dicker Grundaxeund kräftigen, aufrechten, etwas fleischigen Stengeln, an denen die faltennervigen, meist grossen, elliptischenBlätter spiralig angereiht sind. Blüthenstand eine reichblüthige, endständige Bispe.
8—9 Arten in der nördlich gemässigten Zone.
Veratrum album Linn.
Tafel 150.
Blätter elliptisch, nach oben hin schmäler, unterseits dünn weichhaarig; Blüthenstielchen kürzer alsdie Deckblätter und die weisslichen oder grünlichen Perigonzipfel.
Veratrum, album Linn. Spec. pl. ed. I. 1044; Allione, Fl. Pedem. IL 166; Gärtn. Fr. I. 71. t. 18.fig. 4; Fl. Danica VII. 1.1120; Redoute, Liliac. t. 477; Lam. Encycl. VIII. 337. t. 843; Hayne, Arzneigew. XIII.t. 26; Nees, Düsseid. Abb. t. 46; Guimp. u. Schlecht. Pfl. Pharmacop. IL t. 102; Koch, Syn. 724; Brandtu. FLatzeb. Giftgew. 25. t. 5; Reichb. Fl. Germ. IX. t. 422; Ledeb. Fl. Ross. IV. 208; Godr. et Gren.Fl. Fr. III. 172; Willk. et Lange, Prodr. Fl. Hisp. I. 21; Boiss. Fl. Orient. V. 171; Berg u. Schmidt,Barst, u. Beschr. t. XVIF; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 285; Baill. Fl. medic. 1403. t. 3435, 3436;Köhler, Medizinalpfl. t. 102; Garcke, Fl. Beutschi. ed. XVIII. 620; Engl, in Nat. Pflzf. II. (5) 24; Flück.and Hanb. Pharmacogr. 630; Flück. Pharmacogn. 320; Arth. Meyer, Drogenk. IL 47.
Weisse Nieswurzel, Germer; französisch: Varaire; englisch: Veratrum.
Aus einer bis 8 cm langen und 4 cm dicken, braunberindeten, quergeringelten, innen weissen Grund-axe, welche durch gelbe Wurzeln im Boden befestigt ist, erhebt sich ein bis 1,5 m hoher, einfacher,stielrunder, fein behaarter, etwas fleischiger Stengel, der schliesslich in eine Rispe ausgeht. Bevor aberdiese Grundaxe soweit erstarkt ist, dass sie diesen treibt, bringt sie mehrere (bis 10) Jahre hindurch nursterile Triebe hervor. Diese erreichen nur die Höhe von 60 cm; ihre sehr verkürzte, kegelförmige Axesitzt dicht an der Grundaxe; an ihr sind die hochscheidigen Blätter befestigt, deren geschlossene Scheidensich gegenseitig umfassend den Scheinstengel der sterilen Triebe bilden. Diese Blätter sind stets grösserals die der blühenden Pflanzen, sitzend, elliptisch, spitz oder stumpflich, am Grunde gerundet, von zahl-reichen parallel verlaufenden, stärkeren und schwächeren Nerven durchzogen und gefaltet; sie werden bis30 cm lang und 15 cm breit, sind oberseits dunkelgrün, unterseits heller, hier fein behaart. Die Stengel-blätter werden nach oben hin viel kleiner und schmäler und gehen endlich in die lanzettlichen bislinealen, zugespitzten, sitzenden und scheidenlosen Deckblätter der Rispenzweige über.
Die Rispe wird bis 40 cm lang. Sie trägt nur im unteren Theil zwittrige oder durch Verkümmerungder Staubgefässe weibliche Blüthen; die oberen sind durch Fehlschlag des Stempels rein männlich.Die Stielchen sind kürzer als das Perigon und werden von einem eiförmigen bis oblongen, spitzen oder