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4 (1902) Die Monocotyledoneen, Gymnospermen und Kryptogamen
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Deckspelzen sind fast symmetrisch und ebenfalls kurz zugespitzt (wie bei der von uns dargestelltenForm, dem Winterweizen; mehr oder weniger lang begrannt ist dagegen der Sommerweizen); ausser demMittelnerven werden sie noch von 23 Paar Seitennerven durchzogen, die nach der Spitze hin nichtzusammenlaufen. Die Vorspelze ist etwas kürzer, zweikielig, in den Kielen scharf eingebrochen, obenausgerandet; die Behaarung aller Spelzen ist sehr spärlich, nur auf den Kielen der letzteren ist sie etwasdeutlicher. Der kugelförmige Fruchtknoten ist am Scheitel dicht behaart und wird am Grunde vonden gewimperten Schwellkörpern umfasst. Die beiden fast bis zum Grunde mit Fanghaaren versehenenGriffel (Narben) sind von einander getrennt.

Die Frucht ist frei, d. h. fällt aus den Spelzen leicht heraus; im Umfang ist sie lineal lanzettlich,nach beiden Enden verjüngt; an der Spitze ist sie zottig behaart, am Grunde liegt der kleine Keimling.

Der Weizen ist jedenfalls von Mesopotamien, dem Lande zwischen Euphrat und Tigris, aus in dieCultur genommen worden; die ältesten Nachrichten deuten darauf hin und auch neuere Beobachtungen,namentlich von Olivier, sprechen für das Indigenat in diesem Gebiete. Er wird seit den urältestenZeiten eultivirt und gehört zu den häufig wiederkehrenden Opfergaben der Ägypter aus den Tagen derältesten Dynastien. Jetzt wird er in der wärmeren gemässigten, z. Th. auch in der heissen Zone allgemeinals Brotfrucht gebaut, wenn ihm auch in der neueren Zeit ein siegreicher Concurrent in dem Mais erwachsenist. Er ist das Getreide der romanischen Völker und der Engländer und gedeiht übrigens noch bis Peters-burg und Trondhjem in Norwegen.

Aus der Frucht der Weizenpflanze wird das Amylum Tritici, die Weizenstärke, hergestellt. DieStärkekörner liegen im Endosperm des Samens und werden entweder aus dem gemahlenen Endosperm,dem Weizenmehl, mit Wasser ausgeschlemmt oder auch aus geschrotenen, gegohrenen Früchten abgeschieden.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A, B u. C. Unterer, mittlerer Theil des Halmes u. Ähre,nach einer lebenden Pflanze gezeichnet.

Fig. D. Das Ährchen mit 8 Blüthen, die letzten mikrosko-pisch klein, 2 mal vergrössert.

Fig. JE u. F. Die Vorspelze.

Fig. G. Die Deckspelze.

Fig. Hu. I. Die Vorspelze.

Fig. K. Die Bliithe, 5mal vergrössert, vom die Schwell-

körperchen (lodiculae).Fig. L. Ein Schwellkörperchen, 10mal vergrössert.Fig. M. Der Fruchtknoten, ohne die letzteren.Fig. N, 0 u. P. Die Frucht, von der Seite, vom Kücken und

von vorn betrachtet, 3 mal vergrössert.