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Lehrbuch der Zoologie
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I. Plathelminthen: Trematoden.

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Freien lebenden Larven von Entoparasiten, äußerst selten bei ausgebil-deten, entoparasitischen Arten. Auch der Darm ist meist zu einem Gabel-darm vereinfacht und nur selten noch, wie bei Distomum hepaticum(Fig. 212), mit dendritischen Blindsäcken bedeckt. Mit dem Parasitismushängt endlich die starke Entwicklung des meist hermaphroditen Ge-schlechtsapparates zusammen, welcher zur Zeit der Geschlechtsreifeden Körper des Tieres zum größten Teil ausfüllt. Von seiner mannig-fachen Modifikationen unterliegenden Beschaffenheit gibt beistehendeZeichnung von Distomum (Dicrocoelium) lanceolatum eine Vorstellung(Fig. 211). Aus 2 Hoden (h) führen 2 Vasa deferentia nach vorn, umsich zu vereinigen und eine Samenblase zu erzeugen; der Endabschnittdes vereinigten Ganges kann als ein mit Widerhaken bewaffneter Penisoder Cirrus (c) ausgestülpt werden, ist aber für gewöhnlich in einembesonderen Behälter, dem Cirrusbeutel eingeschlossen. Im weiblichenApparat ist das unpaare Ovar (o) oder der Keimstock sehr klein, da ernur kleine, dotterarme Eier liefert. Dafür sind die paarigen Dotterstöcke(d) stark entwickelt. Der vereinigte Ausführgang derselben verbindetsich mit dem Keimgang, und so entsteht der Uterus, ein die Eier be-herbergender und daher in viele Windungen gelegter Kanal, der nebender männlichen Geschlechtsöffnung (bei D. hepaticum und anderen Artenmit derselben gemeinsam in einem Antrum genitale) mündet. Der An-fangsteil des Uterus heißt Ootyp, weil hier die vom Eierstock kommen-den Keimzellen mit Dotterzellen zu zusammengesetzten Eiern vereinigtund durch das Secret einzelliger Drüsen (Schalendrüse") mit festenHüllen umgeben werden, an denen man einen becherförmigen Hauptteilund ein darüber geklapptes Deckelchen unterscheidet. Vom Ootyp gehtein zweiter auf dem Rücken des Tiers mündender Kanal ab, der Laurer-sche Kanal; derselbe ist öfters durch ein Receptaculum seminis ausge-zeichnet, Der Laurersche Kanal scheint ein rudimentäres, bei manchenDistomeen fehlendes Organ zu sein; er entspricht wahrscheinlich der beiPolystomeen zur Begattung dienenden, bei P. integerrimum paarigenVagina (Fig. 213); von manchen Forschern wird er dagegen dem Ductusvitello-intestinalis verglichen, welcher bei Polystomeen Darm- und Dotter-gang verbindet. Die Begattung der Distomeen erfolgt mittelst des Uterus,wodurch Selbstbefruchtung ermöglicht wird.

Die Trematoden zerfallen in zwei große Gruppen, die Polystomeenund die Distomeen; die ersteren sind vorwiegend Ectoparasiten, dieletzteren ausschließlich Entoparasiten, ein Unterschied in der Lebensweise,welcher weitere Unterschiede im Bau und in der Entwicklungsweise bedingt.

I. Unterordnung. Polystomeen, Monogenes, Heterocotyleen.

Die meisten Polystomeen (Fig. 213) leben auf wasserbewohnendenTieren, meist Fischen, seltener Crustaceen, wo sie die zarthäutigen,blutreichen und daher zum Aussaugen besonders geeigneten Organe, dieKiemen, bevorzugen. Da sie bei ihrer oberflächlichen Anheftung inhöherem Maße als die Entoparasiten Gefahr laufen, abgestreift zu werden,besitzen sie kräftige Klammerorgane (Heterocotylea). Links und rechtsvon der Mundöffnung liegen gewöhnlich 2 kleine Saugnäpfe; außerdemfindet man, zu einer großen Haftscheibe vereint, eine reichliche Anhäufungvon Saugnäpfen und Haken am hinteren Körperende, selten nur eineneinfachen Saugnapf. Die Verbreitung der Polystomeen von einem Wohn-tier auf das andere bietet keine Schwierigkeiten; daher ist auch die Ent-wicklungsgeschichte nicht kompliziert. Die gestielten Eier werden am

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