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Würmer.
II. Ordnung. Trematoden, Saugwürmer.
Die schon bei den Turbellarien angebahnte parasitische Lebens-weise hat bei den Trematoden weitere Fortschritte gemacht. Die Saug-würmer sind ausschließlich Parasiten, welche entweder auf der Haut undden Kiemen (Ectoparasiten) oder in den inneren Organen (Entoparasiten)anderer Tiere leben; von den Turbellarien sind sie vornehmlich durchMerkmale unterschieden, welche sich unmittelbar auf ihre parasitischeLebensweise zurückführen lassen: das Wimperkleid fehlt oder tritt nurbei den im Wasser frei lebenden Larven auf. Dafür ist die Haut miteiner dicken Cuticula überzogen, welche öfters mit Stacheln bedeckt ist,und mit Apparaten zur Befestigung am Wirt bewaffnet, mit Saugnäpfenund Haken. Die Saugnäpfe sind flache, von Cuticula ausgekleideteGruben der Körperoberfläche, ausgerüstet mit einer dicken Muskelschicht,welche durch ihre Contraction die Grube vertieft und ihr Lumen erweitert.Eine Erweiterung des Lumens muß, wenn die Ränder des Saugnapfesfestschließend auf die Haut des Wirts gepreßt werden, ansaugend wirken
Fig. 211.
Fig. 211. Distomum lanceo-latum. s vorderer, s" hintererSaugnapf, an s schließt derPharynx mit dem Gabeldarm an,h die beiden Hoden mit den 2Vasa deferentia, die sich zumCirrus (c) vereinen, daneben mündetder stark gewundene Uterus («),o Ovar, dahinter Schalendrüse mitLaurerschem Gang (l), d die paa-rigen Dottersttieke mit den zurSchalendrüse ziehenden Ausführ-gängen, w Wassergefäße, g Gang-lien.
Fig. 212. Distomum hepaticum(aus Boas), 's 1 vorderer, s' 2 hintererSaugnapf, ta Darmschenkel mitverästelten Blindsäcken (m).
und eine Befestigung der Parasiten herbeiführen. Ein solcher Saugnapf(bei Polystomeen in der Regel durch zwei kleinere vertreten) findet sichmeistens am vorderen Ende des Tieres; er ist dann an seinem Grundvon der Mundöffnung durchbohrt und dadurch für die Nahrungsaufnahmevon Wichtigkeit. Dazu kommt gewöhnlich noch ein zweiter bauchständigerSaugnapf (Fig. 21 f) oder eine größere Zahl von Saugnäpfen und Haken,welche am hinteren Körperende zu einer großen Haftscheibe vereint seinkönnen (Fig. 213). Ob zahlreiche Haftapparate vorhanden sind {Poly-stomeen oder Heterocotyleen) oder nur 1—2 Saugnäpfe (Distomeen oderMalacocotyleen), hängt von der Lebensweise ab.
Weitere Folgen des Parasitismus sind die rudimentäre Beschaffen-heit der Sinnesorgane und infolge davon die schwache Ausbildung derHirnganglien, womit sich die Tendenz verbindet, accessorische Ganglienbesonders im Anschluß an die Haftorgane zu entwickeln. Augenflecke(2—4) finden sich nur noch bei Ectoparasiten und öfters auch den im