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Lehrbuch der Zoologie
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I. Platbelminthen: Turbellarien.

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aus zahlreichen Dotterzellen und wenigen Eiern besteht. Selten sindvivipare Formen (Sommergeneration von Mesostomiden). Bei marinenTurbellarien kann aus dem Ei eine frei schwimmende Larve mit lappigenAnhängen hervorgehen, welche durch Metamorphose zur kriechendenTurbellarie wird (Fig. 210). Nur selten findet sich neben der geschlecht-lichen auch die ungeschlechtliche Fortpflanzung. Die Microstomeenund einige Planarien besitzen die Fähigkeit der Querteilung und bildenbei guter Ernährung durch rasche Wiederholung der Teilung eine Kettehintereinander gereihter Individuen, welche sich erst allmählich von-einander lösen. Für jedes hintere Tier werden Schlundkopf und Ganglienneu gebildet (Fig. 57, S. 88).

Einige Turbellarienarten (Convoluta saliens Graff, Proporus vene-nosus 0. Seh. u. a.) zeigen eine merkwürdige Structur des Darms. DerPharynx führt in ein entodermales Sync}'tium, eine von Kernen durchsetzteProtoplasmamasse ohne Lumen, in deren Innerem wie in der Sarcodeeines Protozoen die Speisen verdaut werden. Auch ist dieses primitiveEntoderm gegen das umgebende Mesoderm fast gar nicht abgesetzt. Esist unsicher, ob diese v Acoele?t a primitive oder rückgebildete Formen sind;letzteres ist wahrscheinlicher.

I.Unterordnung. Rhab-docölen. Die meist mikroskopischkleinen, im Aussehen und in derLebensweise den Infusorien ähn-lichen Tiere haben einen ein-fachen, stabförmigen Darmblind-sack. Vortex 7jiridisM&x Schultze(Fig. 72); Mesostomtim Ehren-bergi 0. Schm. Im Süßwassersind am verbreitetsten die Micro-stomeen., bei denen die unge-schlechtliche Fortpflanzung durchTeilung so sehr überwiegt, daßman selten Geschlechtstiere trifft.Microstomum lineare Oerst.;Stenostomum leueops 0. Schm.(Fig. 57).

IL Unterordnung. Dendrocölen. Die Tiere sind meist ein odermehrere Centimeter groß, haben einen deutlich dorsoventral abgeplattetenKörper und einen reich verästelten Darm. Bei den ausschließlich marinenPolycladen entspringen unmittelbar vom Centralmagen zahlreiche Blind-säcke: Thysanozoon Diesingi Gr., Leptoplana laevigata Qf. Bei denauch im Süßwasser und in feuchter Erde vorkommenden Tricladen sendetder Centralmagen drei mit seitlichen Blindsäcken bedeckte Hauptäste aus,einen medianen nach vorwärts, zwei laterale nach rückwärts. Zu den ,,Süß-ivasserplanarien" gehört das milchweiße Dendrocoelum lacteum Oerst.(Fig. 209) und die schwärzlichen Polycelis nigra 0. Schm. und Planariapolychroa 0. Schm., zu den meist tropischenLandplanarien" der viel-fach in Gewächshäusern beobachtete, 35 cm lange Placocephalus (Bipaliuwi)Kcwcnsis Moseley. Europäische Landplanarien: Rhynchodesmus terrestris0. F. Müll., Microplana humicola Vejd. Marin ist Gunda lobata D.Schm. Entoparasitisch in marinen Crustacccn Fecampia erythroeephalaCaull. Mesn.

Fig. 210. Larve von Stytochus pzlidium(aus Korschelt-Heider nach Goette).' 5 Schlund,D Darm, En Reste von Entodermzellen.

Hertwig, Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl.

IG