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Lehrbuch der Zoologie
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Würmer.

Aufenthaltsort, Wimperkleid und allgemeiner Habitus verleihen denkleinen Turbellarien eine überraschende Ähnlichkeit mit Infusorien, sodaß es jetzt noch den Anfängern in der Zoologie, wie einst den Be-gründern der mikroskopischen Forschung, schwer fällt, Infusorien undTurbellarien auseinanderzuhalten. Da nun der für sicli allein schon aus-reichende Nachweis der Yielzelligkeit ohne Reagentien nicht leicht zuführen ist, leitet am sichersten beim Erkennen lebender Turbellarien die

Beobachtung eines mit eigenen Wandungen ver-sehenen Darmkanals. Derselbe besteht nuraus Anfangsdarm und Mitteldarm und ist amhinteren Ende blind geschlossen, da Enddarmund After noch fehlen. Die Mundöffnung liegtin einiger Entfernung vom vorderen Ende aufder ventralen Seite, ist aber nicht selten bis indie Mitte des Körpers verschoben und kann sogarbis an das hintere Ende rücken (Fig. 209); sieführt in einen muskulösen Schlundkopf, welchermeistens in einer besonderen Scheide einge-schlossen ist und dann wie ein Bussel nach außenhervorgestoßen werden kann. Der auf denSchlundkopf folgende entodermale Darm lieferteinige systematisch wichtige Unterschiede: so ister bei den Rhabdocölen (Fig. 57, 72) ein ein-facher, stabförmiger Schlauch, bei den Dendro-cölen dagegen bildet er einen Centralmagen, vondem aus weiterhin verästelte Blindschläuche aus-gehen. Die Zahl derselben ist bei den Poly-claden eine sehr ansehnliche, bei den Tricladen(Fig. 209) sind 3 Hauptzweige vorhanden, einunpaarer medianer nach vorn, 2 laterale nachrückwärts gerichtet. Von jedem der 3 Haupt-zweige gehen weiterhin zahlreiche verästelte Blind-säcke aus. Unabhängig von den verschiedenenStellungen des Mundes bewahren die oberenSchlundganglien ihre Lage am vorderen Endedes Tieres. Letzteres dient auch zum Tastenund kann in fühlerartige Spitzen ausgezogenFi°\ 209. Dendrocoeium werden; fast stets trägt es zwei oder mehr ein-lacteum etwas schematisiert fach gebaute Augen, während eine unpaare Stato-(naeh Ijima); g oberes C yste nur bei wenigen Arten beobachtet wurde.Schlundganglion mit Augen, j fl de] , Haut mancher Turbellarien finden

n seitliche Nervenstränge . . _ T .. , , , , ,. ,. , ,

mit peripheren Nerven d sicn Nesselkapseln, welche den Messelkapseln der

verästelte D'armblindsäcke, Cölenteraten ähneln. Viel verbreiteter sind jedoch

j> Pharynxscheidc, in welche die Rh ab di ten, kleine Stäbchen, welche in Epi-

der Pharynx eingeschlossen thelze ll en entstehen oder auch in einzelligenist

Drüsen, welche in das Mesoderm hineinragen.Die Rhabditen finden sich in der schleimigen Spur, welche kriechendeTurbellarien auf der Unterlage hinterlassen.

Der hermaphrodite Geschlechtsapparat (Fig. 72) und dasWassergefäßsystem zeigen in den einzelnen Unterordnungen und Familieneine sehr verschiedenartige Ausbildung. Die Eier der Turbellarien sindgewöhnlich sehr groß und werden häufig mittelst kleiner Stielchen anWasserpflanzen befestigt. Manche Arten bilden auch Kokons, deren Inhalt